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                                Von berstenden Bäumen und Menschen            

                                 „erste Oper des realen Humanismus“  

 

                                                    Alban Bergs Oper „Wozzeck“ wird nur durch die bis ins Detail gekonnte Inszenierung zum Ereignis. Die Sänger sind dabei der Schlüssel. Gelingt William Kentridge in Salzburg ein Wurf?

 

ie „Menschlichkeit“ von Alban Bergs Oper „Wozzeck“ sei der Grund dafür, dass die „erste Oper des realen Humanismus“ – so Theodor W. Adorno – den Menschen fern und fremd bleibe. Überwinden kann diese Fremdheit nur eine musikalisch wie szenisch sinnfällige Aufführung. Es ist nicht damit getan, das beschädigte Leben des Wozzeck und der Marie in einer Kaputte-Welt-Szenerie spielen zu lassen. Und es ist unabdingbar, mit Bergs Worten, „zu gutem Theater schöne Musik zu machen, oder – besser gesagt: so schöne Musik zu machen, dass trotzdem gutes Theater daraus wird.“ Nicht weniger ist dem Dirigenten Vladimir Jurowski am Pult der Wiener Philharmoniker und dem Regisseur William Kentridge jetzt in Salzburg gelungen, insbesondere deshalb, weil die szenische Visualisierung gleichsam zu einer Interlinearversion der Musik wurde. Ebenso bedeutsam, dass Matthias Goerne in der Titelpartie ein Wort Richard Wagners zur Tat machte: Dass alles Komponistenschaffen nur Wollen und die Darstellung das Können sei – die Kunst.

Die neuartige Behandlung der Singstimme musste Berg noch 1929, vier Jahre nach der Uraufführung, gegen vielfache Kritik verteidigen: „Es ist selbstverständlich, dass eine Kunstform, die sich der menschlichen Stimme bedient, sich keine der vielen Möglichkeiten entgehen lässt, so dass also auch in der Oper das gesprochene Wort – sei es ohne Musikbegleitung, sei es melodramatisch – ebenso am Platze ist wie das gesungene: vom Rezitativ bis zum Parlando, von der Kantilene bis zur Koloratur. Damit ist auch die Möglichkeit der Entfaltung des Bel Canto gegeben.“ Ob Berg je die Sänger fand, die seinen Vorstellungen eines melodisch, rhythmisch und dynamisch fixierten Sprechens genügten? Wenn, dann nicht oft, wohl aber diesmal. Goerne gelingt es, selbst das gesprochene Wort für die Formung einer Klang-Gestalt zu nutzen.

Ein Stück von mir steckt in ihm

Wie schon für eine szenische Installation von Schuberts „Winterreise“, mit der Goerne und der Pianist Markus Hinterhäuser bereits an vielen Orten zu erleben waren, hat der Südafrikaner Kentridge für die Tragödie des gedemütigten Wozzeck mit animierten Kohle- und Tuschzeichnungen einen Hintergrund geschaffen, der als Handlungsträger zum Ko-Protagonisten des Geschehens wird. Auf verstörende Weise werden die Traumata des Protagonisten in einem Bild-Albtraum gespiegelt. Geborstene Bäume und durch den Krieg verwüstete Wälder, Stacheldraht und Megaphone, zerstörte Dörfer und geschundene Menschen bilden das visuelle Vokabular für die Inszenierung von Bergs Bekenntniswerk, in das persönliche Leiderfahrungen eingegangen sind. Berg schrieb als Soldat im August 1918 an seine Frau: „Steckt doch ein Stück von mir in seiner Figur, seit ich ebenso abhängig von verhassten Menschen, geschunden, kränklich, unfrei, resigniert, ja, gedemütigt diese Kriegsjahre verbringe.“ Seine Verwandtschaft mit dem Leidensmann versteckt er in einer musikalischen Chiffre: Die ersten Worte Wozzecks umkreisen die Töne A und B, es sind die Initialen des Komponisten. Alle Bauten und Räume der kleinen und von fern an die Suburbs nahe Johannesburg erinnernden Welt, in der Wozzeck und Marie hausen, dienen als Hintergrundflächen für die Projektionen jener apokalyptischen Bilder. Sie sollen wohl zeigen, dass es kein richtiges Leben im falschen geben kann.

 

 

 

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                          "Wozzeck"-Die letzten Töne der Menschheit

                                 "Wir Arme Leut"

 

 

Salzburg – Es war einmal ein Intendant der Wiener Festwochen , der auf seiner Suche nach Ideen Bariton Matthias Goerne und Künstler William Kentridge zusammenbrachte. Beim Durchleiden der Winterreise von Schubert, das sich einer pianistischen Mitgestaltung durch Intendant Markus Hinterhäuser erfreute, stand Goerne in den visuellen Eingebungen Kentridges, die als nie abebbender Strom der assoziativen Animationen und Zeichnungen forderten.

 

 

Da sich damals schon abzuzeichnen begann, dass Hinterhäuser auch zum Oberleiter der Salzburger Festspliele bestellt würde, lag die Vermutung nahe, er würde diese interessante Konstellation von Bild und Ton auch in seinen neuen Gestaltungsbereich integrieren. Es wurde keine Salzburger Winterreise, sondern gleich eine Oper.Und Goerne steht auch hier – als von Wahngedanken gequälter Wozzeck – inmitten von Kentridges Bilderkosmos (mit dem Bühnenbild von Sabine Theunissen und dem Videodesign von Catherine Mayburgh).

Als Regisseur und Bilderdenker entwirft der Südafrikaner für Alban Bergs Wozzeck eine markante Motivwelt rund um diese den Verhältnissen in hilfloser Aggression ausgelieferte Mörderfigur. Sie knöpft sich den Ersten Weltkrieg, den auch Berg als Soldat durchlebt hat, in subtiler Form vor: Ein komplexer, aus Holzmaterialien modellierter, verschlungener Bühnenschauplatz mit Treppen, Kasten (in ihm ist die Ordination des eitlen Doktors), Stühlen und Gängen wird zur kleinen Stadt, die zusätzlich zur Projektionsfläche mutiert. Auf dieser rasen die Assoziationen des Künstlers nahezu unablässig durch die Geschichte.

Sie zeigen mit der düster-diskreten Abstraktion von Kohlezeichnungen verwüstete Landschaften, zertrümmerte Kriegskörper, zermalmte Fluggeräte und Landkarten, auf denen Strategien mit blutigen Pfeilen gezeichnet werden (rund um Ypern, wo der erste Gaskrieg stattfand).

Es ziehen Kriegsmotive und -folgen um Wozzeck und Marie herum, das Endzeitliche dringt jedoch nie plump-plakativ und auch nicht verharmlosend an die Oberfläche der Inszenierung. Unzweideutig torkelt hier alles einem Abgrund entgegen, vernichtet Individuen, es geht grausam, aber sicher um die letzten Töne der Menschheit.

Konzeptuell Passendes auch in der Figurenumgebung: Es sind puppenhafte Wesen mit Gasmasken, Kreaturen, die der Krieg versehrt hat und die sich nur hilflos-eckig ausdrücken. Maries Kind, als Puppe dargestellt, verdichtet mit Gasmaskenaugen den Eindruck brutaler Dehumanisierung.

Es fasziniert eine überbordende, intensive und handwerklich elegante Inszenierung, die von Kentridges Fantasie geflutet wird (Luc De Wit besorgt die Co-Regie) und selbst zu einer kleinen Leinwand greift, um Animationen einzubringen. So entsteht aus einer bilderstarken Polyfonie der Assoziationen ein Gesamtkunstwerk mit gebrochenen Idyllen, Kriegsanklagen und Militärkarikaturen, in dem die Tragödie der Charaktere jedoch nicht in einer Übermalung ertrinkt.

Matthias Goerne (als Wozzeck) ist der kultivierte Sänger, der sein nobles Timbre ebenso diskret einzusetzen versteht, um Momente der trügerischen Poesie zu evozieren, wie ihm auch dramatisch auflodernde Verzweiflung glaubhaft ruppig gelingt. Exzellent als verzweifeltes Mädchen im Kampf um Würde ist Asmik Grigorian als klar und eindringlich singende Marie.

Entladung des Klanges

Um das Paar hohes Niveau: Vokal und in der Charakterzeichnung markant sind John Daszak (Tambourmajor), Mauro Peter (Andres), Gerhard Siegel (Hauptmann), Jens Larsen (Doktor) und Frances Pappas (Margret). Dirigent Wladimir Jurowski und die Wiener Philharmoniker vermitteln ebenfalls klare, bei Bedarf lyrische, dann wieder kontrolliert katastrophische Entladungen, um die schummrigen Bilder aufzuladen. Eine rundum geglückte Kriegsmahnung, die auf entsprechende Resonanz stieß, während Donald Trump Nordkoreas seltsamem Führer mit "Feuer und Wut" droht, wie sie die Welt noch nicht gesehen habe. 

 

https://www.youtube.com/watch?v=o__975BOc8E

 

Alban Berg - Wozzeck  

https://www.youtube.com/watch?v=jVmWimEX1gw

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Nos, a technikai vita helyett várom az eredményt. Esetleg a belinkelt képet. Én mán csak ilyen eredménycentrikus vagyok.Király

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google fordító, az működik!

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Beírod, egymás mellé, hogy Schönberg meg paintings, oszt meglátod, mi történik Vigyor.

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A növendékeiről, kollégáiról.

De hogy kell kiguglizni?

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Hát persze. Mely zeneszerzőkről festett Scönberg még arcképet?

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Schönberg?

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Könnyen kiguglizható kérdés. Ki az egészalakos portré festője?

 

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