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parsifal hendrix Creative Commons License 2017.07.01 0 0 78

a székek kényelmetlenek

                                       a rajna jó hűvös és tiszta a hattyúk békések

                   wagner az a csoda

                                                               a kolbász forró a sör sűrű és hideg

                    wagner az a csoda

                                                                         az angol parkból sörözés után gyalog mentünk be a központba és mire beértünk újból megszomjaztunk és megéheztünk sörcsülökkáposzta

                         Wagner: "Das Rheingold" - Thielemann (Bayreuth 2007)  

https://www.youtube.com/watch?v=IHptIIbbXz4

 

délután azon gondolkozott, hogy ma már nincsenek -és soha nem is lesznek - szabolcsi bencék, kroó györgyök

                            és kardos lajosok, és ésésésés

                                                                            és már juhász ferencet is gyanakodva nézi, a lányától meg hátrahőkölt hadik ladik

                                                                      rintatódzik az irodalom folyóján benne nem ül parsifal

parsifal hendrix Creative Commons License 2017.06.18 0 0 77

wagner, soros, parsifal, katharina, furti

                                                                    fidelióóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóóó

 

https://www.youtube.com/watch?v=FoU-iCT21fc

Wagner - Overture to "The Mastersingers of Nuremberg" - Furtwängler BPO 1942  

 

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2015.07.28 0 0 76

Familienbild mit Patriarch: Richard Wagner (mit Hut) auf der Treppe von Wahnfried.

 

Familienbild mit Patriarch: Richard Wagner (mit Hut) auf der Treppe von Wahnfried.

 

Das Grab des Gründerpaares im Garten kümmerte uns nicht, die Hundegräber mit ihren Hundegrabsteinen waren viel interessanter. Wo sind sie übrigens geblieben? Ich höre das eilige Klappern der Absätze meiner Mutter auf den Holztreppen, in der Aufregung, ob Karajan denn nun zum Mittagessen käme oder nicht, das Essen kam aus der Küche im Souterrain und wurde in einem Aufzug an Stricken hochgezogen, ich sehe meinen vom „lieblosen“ Normal-„Fraß“ enttäuschten Vater seinen Teller mitsamt Tischtuch und Geschirr diesen Aufzugschacht krachend hinunterwerfen oder beide Eltern, nervös vom Kindertrubel, sich zurückziehen zum Arbeiten an Wagner. Im Garten läuft, in guter Wagnertradition, ein Rudel von neun schwarzen Neufundländerhunden herum, einmal stand auch mit Susi ein weißes Schaf auf unserer Wiese - blökend, weil es das Mauerstück im Garten nicht verstand, das Wielands Familie gegen die Nazi-Teetische von Winifred schützen sollte.

 

Franz Liszt war zu katholisch, komponierte Unverständliches und trank zu viel Cognac, bald wohnte er nebenan. Wagnertochter Isolde hatte sich gegen die Erzeuger-Lügen ihrer Frau Mama gestellt und erhielt Hausverbot. Ihr Sohn, erster Enkel Wagners, kam dann schon gar nicht hinein. Enkelin Friedelind wurde entfernt, weil sie unerziehbar war, lästig und rebellisch, erst in die Internate, dann, mit politischem Anstrich, ins Ausland. Nur Enkel Wolfgang zog aus freien Stücken schon um 1953 aus dem Familiensitz aus, im Wissen um den Wert einer eigenen Villa. Diese sollte ihm deshalb ein „Sanssoucis“ werden, wie er scherzte, weil sie ein „Sans famille“ wäre - wobei er offenbar die Zukunft nicht durchdachte. Nicht ausziehen aus Wahnfried - 1966 - freilich wollte die letzte in Wahnfried aufgewachsene Generation, heute „Wieland-Stamm“ geheißen. Doch wie formulierte es Großmutter Winifred, selbst eines Tages zu einem vereinsamten Dasein im Ausgedinge ihres verkauften Erbhofes verurteilt? Wenn der Förster stirbt, müssen die Försterkinder eben ausziehen.

ann ist ein Gedicht ein Gedicht? Die Frage, die hier so leicht klingt und den Anschein erweckt, sie wäre ebenso schnell zu beantworten, wie sie auch kurz ist, führt zu einem endlosen Diskurs. Denn in der Poesie, spätestens seit Klopstock und seiner Erneuerung der Ode und Einführung des freien Verses, gibt es keine Taxonomie des Poetischen mehr. Jedenfalls keine, die nicht umgehend auch verworfen werden könnte

Das Erscheinen dieser Gesichter in der Menge:

Blütenblätter auf einem nassen, schwarzen Ast.

Ich habe einen Vorschlag, wie wir die nie aufhebbare Kluft zwischen Sarg und Sein, Mumifizierung und Blutkreislauf, Gerinnung und Verflüssigung, der Memoria und dem Leben selbst - der Vita ipsa im „warmen Moor“ - bewältigen könnten. Wir fusionieren. Die letzten Wahnfriedkinder - Daphne, Wolf-Siegfried und Nike - erklären sich hiermit bereit, Teile des Museums zu werden, Dauerleihgaben sozusagen, es ist ja so wenig Originalmobiliar vorhanden. Ein bisschen Chemie in unsere Adern, und aufgestellt in Vitrinen, als Exponate - so konserviert wie kostbar. Und wie es in alten Märchen der Brauch ist, dürfen wir nachts lebendig werden, herumgeistern, lärmen und feiern. Nur die Wahnfried-Museumswärter werden es schwer haben, denn sie müssen uns am Ausbrechen hindern. Die aufgehende Sonne, so das Gesetz, würde uns sekundenschnell in Staub verwandeln. Und das will die zur Eröffnung versammelte Feiergemeinde doch sicher nicht. Sie braucht uns noch als ihre zukünftigen „Ururahnen“ . . .

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2015.07.23 0 0 75

Katharina Wagner über den neuen Musikdirektor:

 

Katharina Wagner über den neuen Musikdirektor: "Christian Thielemann ist kein kleiner Junge, der Trostpflaster braucht.

Christian Thielemann ist in Bayreuth mit dem Titel "Musikdirektor" bedacht worden: ein Trostpflaster für die verpasste Berufung als Chef der Berliner Philharmoniker?

Katharina Wagner: Das ist, mit Verlaub, Unsinn, schon, da lange vor der Wahl in Berlin feststand, dass er diese Position übernehmen wird. Und außerdem ist Thielemann kein kleiner Junge, der ein Trostpflaster braucht. Und wir sind keine Institution, die sich leisten könnte, Trostpflaster zu verteilen.

STANDARD: Im Ernst gefragt: Was bedeutet denn die Funktion als Musikdirektor im Kern?

Wagner: Er wird vor allem für den Klang des Orchesters verantwortlich sein. Wir haben zwar ein hohes Maß an Stabilität bei den Musikern des Festspielorchesters, aber eine Fluktuation von etwa zehn Prozent gibt es ja doch immer. Und dann ist im Festspielhaus auch der Klang bestimmter Soloinstrumente immer etwas besonders Heikles. Für diese Qualität des Orchesterklangs wird er als ja unbestrittener Wagner-Experte hauptsächlich verantwortlich sein. Er wird damit aber nicht Teil der Festspielleitung und schließt auch keine Verträge ab oder so. Es ist eine wichtige künstlerische Funktion.

STANDARD: Also kein Alleinherrscher im Bayreuther Graben?

Wagner: Nein, überhaupt nicht. Jetzt ist übrigens gerade Marek Janowski in Bayreuth, der im nächsten Jahr, wie geplant, den Ring von Kirill Petrenko übernehmen wird. Er macht sich mit der Akustik des Hauses vertraut.

Es gab heuer eine neue Vokabel im Vorfeld der FESTSPIELE, und die hieß "Hügelverbot". Was ist denn nun dran am Hügelverbot für Ihre Halbschwester und noch Co-Chefin Eva?

Wagner: Absolut nichts. Meine Schwester ist da und arbeitet, im Moment wohl gerade in ihrem Büro. Sie hatte schon vor Jahren gesagt, dass sie ihre Amtsperiode ausfüllen wird. Das wird sie auch bis zum Ende machen und dann ihren Beratervertrag wahrnehmen. Das ist wirklich alles.

STANDARD: Eine andere Personalie betrifft Regisseur Frank Castorf ...

Wagner: Auch er ist hier und arbeitet. Ich kann auch da nicht mit einem Zerwürfnis dienen – und wenn er eben mal was rauslassen muss, dann muss er es halt tun. Aber das ist nicht dramatisch. Was man von dem neuen Siegfried, Stefan Vinke, hört, klingt übrigens sehr vielversprechend.

STANDARD: Wie steht mit dem Kartenverkauf? Freie Plätze im Festspielhaus waren so ein Gespenst in manchen Berichten?

Wagner: Wir sind ausverkauft. Und eine Premiere am Wochenende, wie in diesem Jahr die Eröffnungspremiere, ist natürlich auch wirklich zigfach überbucht. Manche Vorstellungen weniger. Wenn jemand eine Karte zurückgibt, dann erscheint diese in unserem Online-Verkaufsportal im Netz. Das ist eben dank des Inter- nets heute viel transparenter als früher.

STANDARD: Was machen Sie, wenn die leidigen Bauarbeiten am Festspielhaus die künstlerische Arbeit stören würden?

Wagner: Dann würde ich hingehen und ihnen den Hammer wegnehmen. Aber im Ernst: Wie gehen bei den Bauarbeiten hier nach dem Motto vor: Lieber gründlich und überlegt planen und erst dann anfangen. Sonst bekommt man bekanntlich schneller Probleme, als einem lieb ist.

zajlik a sakkjátszma a kulisszák mögött, különös játék. olyan sakk, amiben néha "elcsattan" egy-egy tökönrúgás is és hátbadöfés is. olyan gesamkunstwerkes.

STANDARD: Den Job als Bauleiterin haben Sie aber nicht auch noch?

Wagner: Hier ist der ökonomische Leiter voll eingebunden, und ich bin erleichtert, dass die künstlerische Leitung das nicht auch noch auf dem Tisch hat.

STANDARD: Der "Tristan"? Ein Ausnahmewerk Ihres Urgroßvaters?

Wagner: Für einen Regisseur sollte jedes Werk, das man inszeniert, ein besonderes ein. Sonst würde man sich damit ja nicht auseinandersetzen. Es gibt bei Tristan vor allem eine innere Handlung, vor allem die beiden Titelfiguren betreffend. Für mich ist dabei auch deren Vorgeschichte wichtig. Sie sind sich schon einmal begegnet. Wenn sie sich dann auf der Überfahrt beide körperlich nahekommen, wirkt da eine ungeheure Anziehung. Das ist schon spannend. Brangäne und Kurwenal versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Es gelingt ihnen aber nicht. Der König bekommt mit, was da im Gange ist. Und der ist bei uns ein König im Sinne eines Machtmenschen. Er ist keineswegs ein gütiger älterer Herr.

STANDARD: Das klingt so, als ob Sie diese Figur gegen die Konvention deuten und eigentlich auch keine Drogen gebracht werden?

Wagner: Ja, schon. Aber lassen Sie sich überraschen, wie wir damit umgehen, das will ich vor der Premiere nicht verraten.

STANDARD: Vielleicht verraten Sie, wann und wo das Ganze spielt?

Wagner: Wir haben das überzeitlich in einem abstrakten Raum verortet, da diese Liebe ja auch etwas Exemplarisches hat. Die Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann und Matthias Lippert und der Lichtdesigner Reinhard Traub arbeiten mit einer Dreiecksform des Raumes und mit viel Licht. Aber mehr wird nicht

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2014.11.21 0 0 74

Der Intendant des Hessischen Staatstheaters, Uwe Eric Laufenberg, wird 2016 in Bayreuth die Wagner-Oper  "Parsifal" neu inszenieren. Der 53-jährige Laufenberg ist seit dieser Saison künstlerischer Leiter des Staatstheaters in Wiesbaden. Er ist seit mehr als 20 Jahren als Schauspieler, Regisseur und Intendant an verschiedenen deutschsprachigen Theatern engagiert gewesen. Am Linzer Musiktheater inszeniert Laufenberg aktuell Wagners "Ring des Nibelungen"-Tetralogie, zuvor hatte er u.a. 2005 Smetanas "Die verkaufte Braut" an der Wiener Volksoper  und 2008 die Zwölfton-Oper "Karl V." von Ernst Krenek bei den Bregenzer Festspielen verantwortet.

- ennél talán még "Schwarzi" is jobb lenne. Ő történelmet csinált a testépítésben és a filmművészetben és politikusként se bukott meg. Ki tudja mit tudna kihozni belőlem(sic!)? 

Arra azonban még kiváncsib vagyok, hogy milyen lett volna egy Fellini rendezés? Olyan "amarcordos " felfogásban! Igaz, Nino Rota zenéjére könnyű rendezni. Wagner az már keményebb falat. (Vagy másként fogalmazva: reménytelen eset).

Na de nézzük meg Bayreuth szellemiségét -

Nach seinem Aus bei den Richard-Wagner-Festspielen hat der Künstler Jonathan Meese (44) die Verantwortlichen in Bayreuth scharf kritisiert. "Es geht in Bayreuth schon lange nicht mehr um Kunst. Es geht um Selbsterhalt, Macht und den Kampf gegen die sinkende Relevanz", erklärte Meese dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

In Bayreuth herrsche eine "Kultur von Befehl und Gehorsam". Meese sprach auch von Einschüchterungsversuchen. Der 44-Jährige hätte eigentlich im Sommer 2016 die Oper  "Parsifal" inszenieren sollen. Am Freitag verkündeten die Festspielverantwortlichen die Trennung. Der Grund: Sein Konzept sei nicht finanzierbar.

Meese hält das für vorgeschoben: "Künstler scheitern an Bayreuth, weil die Kunst dort kein Zuhause mehr hat. Meese ist nicht an Wagner gescheitert, sondern Bayreuth an Meese." Laut "Spiegel" sei der Künstler sogar bereit gewesen, für mögliche Mehrkosten seiner Inszenierung selbst aufzukommen.

 

Übt massive Kritik an den Bayreuther Festspielen:  Jonathan Meese.

Jonathan Meese

Schwarzi azért nála egy kissé katonásabb

 

de Fellini lett volna az igazi

 

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2014.07.24 0 0 73

némely válasz:

Closing "Ovation" at Beyreuth Gotterdammerung 2013

http://www.youtube.com/watch?v=wQTUOeXmhMI

Wagner - Der Ring | 1. Teil: Rheingold (Werkeinführung) (2013)

http://www.youtube.com/watch?v=ZsaYfyTlhzg

Die armen Teufel, die mit diesem introvertierten Unsympath Thielemann arbeiten müssen - sie sind wirklich zu bedauern.

    Der Mann hat so viel Ausstrahlung wie eine Schuhbürste -!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
-ehhez a "vicces"ből egy idézetem:
 Mi a helyzet ......... beugrottál a könyvtárba netezgetni kicsit? Nekem csak a két karomon van közel 50 kiló izom, képzeld mellé a többit. Emelő nélkül szoktam kereket cserélni  és foggal tekerem le a csavarokat, te szerencsétlen" -!!! na ez nem olyan rossz

és a válasz:

"lehet, hogy te emelő nélkül cserélsz kereket, de én meg emlő nélkül szoptatok."

 

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2014.07.24 0 0 72

Besprechungszimmer des Bayreuther Festspielhauses: Theoretisch hätten hier Moritz von Uslar und Frank Castorf ein glänzendes Interview geführt. Doch der "Regie-Terrorist" glänzt durch Abwesenheit. 99 Fragen, null Antworten. 

 

 

"Alle Jahre wieder / naht die Festspielzeit": In Salzburg rollt die Mozartkugel bereits, in Bregenz feiert Intendant David Pountney seit heute seine letzte Saison, und auch in Bayreuth lassen sie langsam, quietsch, knirsch, die Zugbrücke herunter – am Freitag ist Eröffnung, mit Tannhäuser. WIE, WAS? ZUGBRÜCKE?? Waren die seligen Zeiten, da sich das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in eine ganzjährige Festung verwandelt hatte, nicht seit 2008 vorbei, als Wolfgang Wagner, Richards rührigster Enkel, der letzte der Theatertribunen, das Zepter oberfränkisch-schlaumeierisch an seine beiden Töchter Eva und Katharina  weiterreichte? Sollte in der Wagnerei nicht alles anders geworden sein, demokratisch transparent sozusagen, mit Aufpassern, die noch den letzten Bleistiftstummel, der zur Erfüllung des Kunstauftrags benötigt wurde, im Sinne der Nation legitimierten? Die Strukturen der Festspiele mögen jedem Stadttheater zur Ehre gereichen. Am Geist des Hauses aber, am Familiengezänk und daran, dass immer einer oben auf der Zinne steht und mit faulen Eiern wirft, können auch sie nicht rütteln.

Bayreuther Festspiele: Die lieben Rituale

 In einem dreiseitigen Spiegel-Interview klagt er, die Finanzen der Festspiele seien zur "Karikatur geschrumpft" und die Werkstatt Bayreuth sei ein Witz, den Darsteller des Alberich habe man ihm böswillig entwendet und durch einen Schönsänger ersetzt, überhaupt befinde sich der "Gleichklang" auf dem Vormarsch – und es herrschten "Angst, Vorsicht, vorauseilender Gehorsam". Wie früher im Osten! Trotz zweier Festspielleiterinnen!! Oder ihretwegen?

 Dass die beiden Damen sich nie sonderlich schwesterlich gesinnt waren, gehört zu den am schlechtesten gehüteten Geheimnissen des Hügels. Frank Castorf dürfte die dynastische Ranküne wurst sein. Zusammen mit seinem Rechtsbeistand Gregor Gysi überlegt er gerade, die Festspielleitung zu verklagen. Auf was genau, kommt im Spiegel nicht raus. Wahrscheinlich auf die Freiheit der Kunst. Oder auf das Recht des Volksbühnenintendanten auf Randale, denn: "Durch die Explosion, durch das Auseinanderbersten der einzelnen Teile, erzielt man ein Ergebnis, über das man am Ende erstaunt ist." Womit er rituell recht haben dürfte.

Castorf, der Interview-Absage-König (wir haben nichts gegen Regisseure, die keine Interviews geben, uns gehen nur die auf die Nerven, die Termine kurzfristig absagen). Frank Castorf, 61: Früher mal, vor etwa zehn Jahren, war er ein Theaterkönig, heute ist er zumindest noch ein Mythos. Beliebte Titel für ihn lauten: der böse Bube, Bürgerschreck, Stückezerstörer, der, hihi, Regie-Terrorist. 

 

ie Leitung der Bayreuther Festspiele beweist seit 40 Jahren (also etwa seit der grundlegenden, immer wieder zitierten Patrice-Chéreau-Inszenierung von 1976) ein grauenhaftes Talent, die Großen aus Theater, Kino und Kunst etwa zehn Jahre zu spät zu fragen, ob sie eine Inszenierung übernehmen möchten. Spätestens seit vorletztem Jahr gilt die "Ring"-Inszenierung 2013 als Problemfall. Erst sollte Wim Wenders sie machen (abgesagt), dann Tom Tykwer (nie zugesagt), dann gab es überhaupt niemand mehr, der es machen wollte: Krise. Nun also Castorf. Er ist der Einzige, der die Stahlnerven und die lässig verschlampte Chuzpe hat, das Opernmonster aus vier Abenden oder 17 Stunden Laufzeit in der absurd knappen Probezeit von eineinhalb Jahren auf die Bühne zu bringen. Es gäbe, natürlich, unendlich viel mit dem Regisseur zu besprechen. Andererseits: Gar keine Antwort ist doch auch super. Stellen wir hier unsere Fragen und lassen Frank Castorf mit seiner "Ring"-Regie in Bayreuth antworten. Im Folgenden die 99 Fragen, die Castorf hätte beantworten müssen, hätte er das Interview nicht abgesagt.

 

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2014.05.11 0 0 71

Bis auf Gerda und Hanno sind alle Mitglieder der Familie Buddenbrook unmusikalisch. Einzig Johann Buddenbrook der Ältere hatte ab und an etwas Flöte gespielt. Musik und tätiges Leben werden als Gegensätze dargestellt. Der Musik wird eine unmoralische Kraft zugemessen, besonders der Musik Wagners. Der Klavierlehrer Hannos, Domorganist Pfühl, eingeschworen auf Bach und Beethoven, weigert sich zunächst entschieden,[53] Gerdas Bitte nachzukommen und mit ihr Stücke von Richard Wagner zu spielen:

Ich spiele dies nicht, gnädige Frau, ich bin ihr ergebener Diener, aber ich spiele dies nicht. […] Dies ist das Chaos! Dies ist Demagogie, Blasphemie und Wahnwitz! Dies ist ein parfümierter Qualm, in dem es blitzt. Dies ist das Ende der Moral in der Kunst!
[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2014.01.11 0 0 70

„Gesellschaftlichen Eitelkeiten, Repräsentation und Networking stehen im Vordergrund. Zurück bleibt mehr oder weniger ein Nichts, ein ausgehöhlter Richard-Wagner-Kult“.

Iris Wagner, geboren am 12. Juni 1942 in Bayreuth, ist die stille Wagner gewesen. Sie war die Stimme der Vernunft. Hielt sich bewusst lange Zeit im Hintergrund, wenn es um die wahre Art ging, Richard Wagners Erbe zu verwalten, worum ihre Cousins und Cousinen, auch ihre jüngere Schwester Nike, öffentlich stritten. Wirkte dafür entschieden kämpferisch als langjähriges Mitglied im Bayreuther Stiftungsrat mit, wo sie sich oftmals als Einzige dem widersetzte, was sie selbst gern den „Wahnsinn“ oder die „Possen“ des Bayreuther Unternehmens nannte:

«Ich bin beschämt. Ich schäme mich zutiefst für das ganze Unternehmen. Es brennt in Bayreuth an allen Ecken und Enden.» Weiter sagte sie: «Den Verantwortlichen geht es eigentlich nicht um Richard Wagners Werk, weder oben im Festspielhaus noch unten in Wahnfried.

  „Gesellschaftlichen Eitelkeiten, Repräsentation und Networking stehen im Vordergrund. Zurück bleibt mehr oder weniger ein Nichts, ein ausgehöhlter Richard-Wagner-Kult“.

 

So hatte sie es zuletzt geschafft zu verhindern, dass im Zuge des Erweiterungsbau des Richard-Wagner–Museums, der peinlicherweise nicht pünktlich zum Wagnerjubiläumsjahr fertig wurde, ein Touristencafé (mit fränkischem Bratwurstverkauf) direkt neben Wagners Grab plaziert wurde, wie es geplant war. An diesem Donnerstag ist Iris Wagner in Berlin einer langwierigen, schweren Krankheit erlegen. Sie wurde 71 Jahre alt.

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2013.10.04 0 0 69

A genti harangoktól Meyerbeerig és onnan Merlinig:

                                  Bayreuth musste sein

                                 MUSIK   UND DRAMA

 

 

                                                                      

 

                                                                                

eit je war Mozart mein Idol, Verdi war mein Held, Wagner mein Trauma. Obwohl das „Bonbonniere“-Theater in meiner Geburtsstadt Gent, gebaut von der französischsprechenden Bourgeoisie, mit einem Rezital von Franz Liszt im Jahr 1842 eröffnet worden war, wurde Wagner nie deren Anliegen. Man kümmerte sich hier eher um dessen mächtige französische Zeitgenossen: Meyerbeer, Auber, Halevy, Boëldieu, später Gounod oder Bizet.

Daran hatte sich, als ich in meiner Studentenzeit dort in die Oper ging, nicht viel geändert. Dass meine erste Oper Mozarts „Zauberflöte“ wurde, war ein Glücksfall: alles andere von Mozart wurde gar nicht gespielt. Zwischen meinem zwölften und achtzehnten Jahr erlebte ich in Gent genau zwei Wagneropern: „Walküre“ und „Parsifal“.

Der erste Wagner in München

Wie das damals dort klang, daran erinnere ich mich nicht mehr, glücklicherweise. Das Spielplansystem erlaubte nicht viele Proben, zehn erste Geiger waren sowieso das Maximum. Da Georg Solti damals seinen „Ring“ noch nicht eingespielt hatte, war ich auf Schallplattenfragmente angewiesen, darunter der wunderbare erste Akt der „Walküre“ mit Bruno Walter, was ja keine schlechte Schule ist. Sobald ich mit siebzehn das Studium der Rechtswissenschaften begann, nahte Rettung: Ich finanzierte jetzt mit Studentenjobs meine Opernauslandsreisen.

Die erste große Wagneraufführung, die ich erlebte, war eine Wiederaufnahme der „Meistersinger“ in der Bayerischen Staatsoper mit Joseph Keilberth und Jess Thomas. Das war 1965, auf der Durchreise nach Salzburg, denn die Mozartstadt ist für einen Mozartverehrer selbstverständlich das erste Ziel. Die Aufführung war umwerfend. Aber ich fand trotzdem die Lektion Davids und das Beckmesser-Ständchen geschwätzig und, für meinen direkten französischen Geschmack, zu lang. Später erst lernte ich, dass das Langatmige eine sächsische Eigenheit ist. Ich lernte aber in dieser Aufführung auch meine erste „schönste Stelle“ kennen: das Quintett am Schluss der Schusterstubenszene. Es ist eines der schönsten Ensembles der Operngeschichte überhaupt. Kurz darauf änderte sich mein Bild der Wagnerschen Musik grundsätzlich, und zwar dank Herbert von Karajans Dirigat der „Walküre“ bei den Osterfestspielen. Eine Entdeckung!

 

Ich entdeckte, dass dem, was ich für deutschen Bombast gehalten hatte, eine atemraubend feine Lyrik innewohnt.

Unterstützt von Karajans impressionistischer Klangmalerei und der präzisen Wortinterpretation, die er mit den Sängern erarbeitete, brachte er mir Debussy und „Pelléas et Mélisande“ näher, als ich mir das je hatte träumen lassen. Dank der besessenen Probenarbeit Karajans mit den Sängern, eine Qualität, die im Opernbetrieb heutzutage verlorengeht, verstand ich auf einmal, was das bedeutete: „ Musik und Drama“.

 

Selten wurde das so perfekt realisiert wie von Marta Mödl als Isolde im „Tristan“, unter Karajans Dirigat. Jetzt wollte ich mir den ganzen „Ring des Nibelungen“ erobern, in Live-Aufführungen, erst in Köln und Düsseldorf, wo Astrid Varnay die Brünnhilde sang, dann wurde Bayreuth ein „must“. Unbedingt wollte ich „Tristan und Isolde“ mit Karl Böhm erleben, in der zweiten Bayreuther Inszenierung Wieland Wagners mit Birgit Nilsson und Wolfgang Windgassen

Ohrfeige am Grünen Hügel

Selbstverständlich war keine Karte zu bekommen, trotz zweitägigen Campings vor der Kasse des Festspielhauses. Den ersten Akt hörte ich aus dem Radio in der Pförtnerloge. Aber weil ich meist erreiche, was ich will, konnte ich eine Türmeisterin dazu verführen, mich einzulassen im zweiten Akt  (engem a  101 kiskutyára engedetek be a jegyszedő nénik 8 éves koromban többször is.) , sie wies mir einen freien (!) Sitz im Amphitheater zu. Allein die Anstrengung, nach monatelangem Zittern dann doch noch hineinzukommen, hätte schon genügt, diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Aber dann kam, in diesem zweiten Akt, die zweite schönste Stelle, die mich total verzauberte: „... dem Land, das Tristan meint, der Sonne Licht nicht scheint“. Später wird dies von Isolde in einer anderen Tonart verklärt. Da verstand ich auf einmal, warum Rudolf Steiner den Wagner eine Reinkarnation von Merlin genannt hatte.

Wie so oft bei Wagner, vorausgesetzt, man ist kein Wagnerfan, tauchten dann auch Momente der Langeweile auf. Nach dem „Camembert“-Ring von Wolfgang Wagner war für mich erst einmal Schluss in Bayreuth. Erst im letzten Jahr des „Jahrhundert-Rings“ mit Patrice Chéreau und Pierre Boulez fand ich den Weg dorthin zurück, wo ich auch die fanatischen Fans wieder traf. Es war in Bayreuth, wo ich als junger Zuschauer meine erste Ohrfeige bekommen habe, weil ich laut „Bravo!“ schrie, als sich Götz Friedrich nach seinem „Tannhäuser“ verneigte.

 

Es ist noch von den schönsten Wagnerstellen zu berichten, die ich selbst später als Opernintendant mit betreut habe. Ich habe im Laufe meiner Karriere sämtliche Wagneropern (vom „Fliegenden Holländer“ an) produziert, „Parsifal“ zweimal und „Tristan“ dreimal. Die bestgelungenen waren Herbert Wernickes „Ring“ und „Tristan und Isolde“ mit Peter Sellars, Esa-Pekka Salonen und Bill Viola. Ich hatte mir allerdings in der dramaturgischen Planung einige Verrücktheiten geleistet: für den „Ring“ als Zyklus gab es insgesamt neunzig Orchesterproben, für den „Tristan“ gab es, gemeinsam mit den „Meistersingern“ drei ganze Monate.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich verstehe aber nicht, warum viele Intendantenkollegen meinen, dass das Produzieren eines „Ring“ unbedingt als opus magnum verstanden werden muss. Als ob es nicht wichtigere Aufgaben gibt: Messiaens „Saint François d’Assisi“ zum Beispiel oder Rihms „Eroberung“ oder Zimmermanns „Soldaten“ oder Lachenmanns „Mädchen“. Im Übrigen halte ich es für viel schwieriger, eine erstklassige „Traviata“ zu produzieren als eine gute „Götterdämmerung“.

na ezt mégegyszer:

Ich verstehe aber nicht, warum viele Intendantenkollegen meinen, dass das Produzieren eines „Ring“ unbedingt als opus magnum verstanden werden muss. Als ob es nicht wichtigere Aufgaben gibt: Messiaens „Saint François d’Assisi“ zum Beispiel oder Rihms „Eroberung“ oder Zimmermanns „Soldaten“ oder Lachenmanns „Mädchen“. Im Übrigen halte ich es für viel schwieriger, eine erstklassige „Traviata“ zu produzieren als eine gute „Götterdämmerung“. (Kocsis is ebbe az irányba fordult aztán úgy is maradt -sajnos)

                      Was Bayreuth verpasst hat

(Pl. Nietsche hét minden év tavaszán. Liszt hét minden  év őszén . És Parsifal-Hendrix évbúcsúztaó-újév köszöntő hét szintén minden évben)

Vielleicht war dies alles ein Grund, warum viele Wagnerfans meine gemeinsame Kandidatur mit Nike Wagner für die Bayreuther Festispiele damals frivol nannten. Selbstverständlich war alles vorher schon entschieden. Ich behaupte nach wie vor, dass Bayreuth damals eine große Chance verpasst hat. Es wäre an der Zeit gewesen, den von Cosima Wagner pervertierten Festspielgedanken zu erneuern und im Sinne Wieland Wagners eine Festspielwerkstatt zu entwickeln, auch durch das Einschalten von Uraufführungen, wozu die besten bildenden Künstler verpflichtet werden müssten. Dazu eine neue Programmdramaturgie und der Versuch, wieder eine neue Bayreuther Künstlerfamilie zusammenzurufen, die von dem Projekt so fasziniert ist, dass das ewige Verdienstgejammer seinen Grund verliert.

 

Zur Eröffnung der diesjährigen Festspiele mit dem neuen „Ring“ von Kirill Petrenko und Frank Castorf erklärte ein (jetzt ehemaliger) Minister und langjähriger Bayreuthfan, dass „die Kunst nicht mit Politik“ zu tun habe. Genau hier liegt aber das große Missverständnis begraben. Nur darum konnte Wagners Musik vom Kleinbürgertum vereinahmt werden, die Fanfare beim Sonnenuntergang inklusive. (ezt bevarázsolom egy másik topikba is)

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2013.10.02 0 0 68

A matrózok dübörgése

-ezt a Tanár Úr is nagyon kedveli, persze egy régebbi felvételt mutatott be. Egy modern változat:

http://www.youtube.com/watch?v=_ro_r9t_iR4

és egy közel eredeti, alig vágott változat:

http://www.youtube.com/watch?v=ZPRt6Tt6RyM

-itt a ritmus lényegesen feszesebb és őszintébb és a szereplők meg lényegesen emberiebbek mint a zöld dombi hancúrban

 

Siegfried útja ahogy a Zöld dombon elképzelték

http://www.youtube.com/watch?v=qJxAkdxTgFw

 de az igazi Siegfried csak itt lép fel igazán:

http://www.youtube.com/watch?v=P3WJX1cIuY4

 

a zenei élet cambrian explosione (ami tulajdonképpen a Fidelióban is követhető)  

 

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2013.09.30 0 0 67

e12

 

Brünnhilde a Walhalla Gymn zászlóshajója(sic!).

(Táplálkozási tanácsadó: Tamiko Bolton)

 

George Soros and his new bride TamikoBolton pose in this handout photo provided courtesy of Myrna Suarez, after their wedding in Bedford, New York September 21, 2013.The 83-year old billionaire investor, philanthropist and active supporter of liberal political causes, married health care and education consultant Bolton in a small ceremony at his Bedford estate. REUTERS/Myrna Suarez/Handout via Reuters

 

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=ffFDYleFXuc

 Pornós rondított <br />bele a világcsúcsba

 

Alberich -róla bővebben:

A  kenyai Wilson Kipsang óriási rekordot (2:03:23) futott a Berlin Marathonon  15 másodpercet javított a korábbi világcsúcson, de egy  prostituáltakat reklámozó férfi lehajrázta a célban............

A férfi eleve női rajtszámmal futott, a verseny honlapja alapján Britta Schönfelderként nevezett be és a Runners from Mars (Futók a Marsról) klub tagja. Valószínűleg a versenyen a hajrát leszámítva egy métert sem futott, mert egyetlen ellenőrző ponton sem haladt át.

 

(Én futottam/ bicajoztam/ úsztam  már mindenféle neveken: Juhász Fecó, Tóth Árpád stb.  voltam már a Monteverdi Birkózókör vagy a Felsőiszkázi sc. tagja - de a távokat rendesen megtettem - nem is lettem másodpercek alatt világhírű - Alberich produkcióját volt szerencsém látni, Brünnhildéjét volt szerencsém nem látni)

 

 

 

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                                                       Der Krieg ist der Stiefvater aller Dinge               

 

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Jörinde Dröse vergegenwärtigt die Geschichte aus der Epoche der Völkerwanderung und des religiösen Umbruchs als prinzipiell zeitlosen Konfliktstoff, der auch in unserer multikulturellen Gesellschaft zu schwelen scheint.  Der Plot schält sich nach und nach heraus. Mit unerbittlicher Konsequenz, wie sie jeder uralten, archetypischen, unterschwellig allzeit wirksamen Legende eigen ist. Die Dinge nehmen ihren tragischen Verlauf: vom Eintreffen Siegfrieds am Burgunderhof in Worms über den Tod des Helden bis zu Kriemhilds Rache. Ein klarer Strang. Eine deutliche Abfolge. Ein deutscher Mythos.

Dabei beginnt der Abend überzeugend mit einem subtil als Kammerspiel inszenierten ersten Akt. Tisch und Stühle, eine Küchenzeile und eine – wenn auch allzu oft – von Götterhand durch den Raum bewegte Tür genügen als abstrakte Requisiten. Das Drama der Wälsungen ist Teil jenes Spiels, das der Herrscher über Walhall höchstselbst auf einem die ganze Bühne füllenden Leuchttisch ins Werk setzt. Dieser Leuchttisch zieht sich als optisches Leitmotiv durch die ersten beiden Akte, mal im verkleinerten, für Götter passgenauen Maßstab, mal bedrohlich überdimensioniert wie in der Menschensphäre, wo Siegmund und Sieglinde nach vollzogenem Inzest Gefahr laufen, von der numinosen Spieltechnik erschlagen zu werden.

Die Riesenfrau Brunhilde der Constanze Becker präsentiert sich auch mimisch als majestätische Schwerathletin. Ihr sagenhaftes Isenland, bewacht von der silbersträhnigen Amme Frigga, die Wiebke Frost in einem schicken Tarnanzug lässig-subversiv gibt, hat zugleich den urzeitlichen Charme einer Amazoneninsel und das Flair eines kampflesbischen Utopia. Da nur Siegfrieds Kraft und technische Tricks die Unterwerfung des Superweibs unter den schwachen Ehrgeizling Gunther möglich machen, nimmt Stratege Hagen auch jenem das männerbündische Schweigegelöbnis ab. Und dessen Bruch sabotiert dann mit Gunthers Ehe auch seine Autorität und die gesamte politische Ordnung. Wenn Hagen Siegfrieds Tod fordert und selbst herbeiführt und Kriemhild darauf mit ihrem Racheplan antwortet, den Hagen allein sofort durchschaut, so duellieren sich zwei Rechtslogiken, das männliche Rudelreglement und die weibliche, die totale Liebesverpflichtung.

Der Aufstand gegen die Realität: Diese Wendung gibt der Regisseur dem altbekannten Stoff. Es ist eine kunsttheoretische Pointe. Denn einer alten Sage nach ist es die Kunst, die sich gegen die „wirkliche Wirklichkeit“ wendet und eine eigene schafft. So werden die Besucher anfangs in Bewegung gesetzt, um sie, wie bei einem Initiationsritus, zur Kunst zu führen. Gänge, Treppen, Werkstätten, Technikräume verwandeln sich in künstlerische Bezirke. Kriemhild sagt etwa drei Stunden später den programmatischen Satz: „Wie soll Bewegung entstehen, wenn überall Realität ist.“ Daher wird die Realität erst einmal zum Verschwinden gebracht.

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Der mächtige Spieler über uns: Falk Struckmann als Wotan steigt in eine abschätzbare Höhe

Leise und sanft, aber entschlossen ertönt in den Bläsern ein Akkord in reinstem C-Dur und verklingt, dazu perlt die Harfe. Die Streicher antworten noch weicher und sanfter. Wie der Stolzing auf seinem Podest scheint die Musik ruhig ein- und auszuatmen. Jetzt setzen die Bläser nur noch mit einem C ein, dann beginnt der Sänger sein so schlicht klingendes und vielleicht gerade dadurch so eigentümlich berührendes Lied: „Morgenlich leuchtend in rosigem Schein ... “ - Eigentlich höre ich gar nicht richtig, was er singt, so schön ist das.

 

Im Schlussteil bei Etzel ist die Bühne dann leer wie eine Hunnensteppe beziehungsweise die versteppte Seele Kriemhilds, die in schwarzer Trümmerfrauentracht zum Endkampf gegen ihre männliche Verwandtschaft antritt. Sie hebelt das Gastrecht der Nomaden aus, hetzt ihre Untertanen auf, doch das geschieht nur verbal. Stellvertretend für das große Schlachten flimmern die grimmig lachenden Gesichter der vier mittlerweile in die Bühnenunterwelt versenkten Nibelungen als riesengroße Röntgenbildnisse über die Rückwand. Deren adrenalinbefeuerte Freude am Gemetzel, womit Kriemhild offenbar nicht gerechnet hat, wird für sie zur mythischen Offenbarung. In einem alten, ewigen Krieg.

 

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A bayreuthi esti hírlapban olvastam egy érdekes intejút Katharina Wagnerrel.  Kapcsolódási problémák miatt a ciket nem tudom ide klikkelni -így a lényeg, magyarul, röviden:

 

Az Urgrosvater bizony kétszáz éve született. Rajongói száma világszerte nő. DE sajnos a mennyiség fordított arányban áll a minőséggel. ( az indonéz, irokéz, szalicél stb. wagner társaságok

a, nem olvasták marxék fejtegetéseit a mennyiség átcsapása a minőségbe c. lehetőségről.

b, ez az amit itt a Fidelión hajdanán egy klasszikusunk - Kozlovskzíj úr egyszerűen felhigulásnak nevezett oly találó szarkazmusával)

Nos a Zöld Domb GmbH megalakítja a Zöld Domb Szabadegyetemet ahol fel-és előkészítik a Wagner rajongókat. Ífy pl. Katharina személyesen fog 5 előadásban Marschner művészetéről előadást tartani.

Pl. Erdgeist és Erda találkozása a Sakáltanyán.

http://www.youtube.com/watch?v=qYZGs9UUCSM

Stefan Mickisch szintén 5 előadást tart Carl Maria von Weber munkásságáról (vö. Mit és honnan lopott Wagner).

Angela Merkel a wagneri  életmű filozófiai aspektusához kapcsolódva: A hatalom akarása c. tart fejtágítást.

A lényeg persze : CSAK az juthat bayreuthi jegyhez , aki a  szabadegyetemen résztvesz, aktívan hozzászól és végén kitölti a teszteket. (Az első kurzust 2014. februárjában tartják: február 12-22. A részvétel ingyenes, de adományokat elfogadnak.  A vizsga is ingyenes. Csupán a teszt kitöltéséhez ELENGEDHETETLEN speciális Nothung golyóstollért kell fizetni. Ennek ára a tinta szinétől függően 10 és 30 ezer euró között változik. (A piros-fehér -zöld  szín esetén csak 3 ezer eurót kell leperkálni. ) 

A kurzuson résztvevők Wagner baseball sapkát és Wagner trikót kapnak valamint Marschner bögrét, Merkel

hajlakkot és Katharina hurrikánt.

 

A többit: Kispipa .....

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"Wagner war ganz Politik"

 

                                                    " Nehmet hin meinen Leib“

 der hessische Demokrat Wilhelm Schulz, der schon 1832 am Hambacher Fest teilgenommen hat, sieht in Wagner einen Revolutionär nicht nur der Kunst. 1852 scherzt er in einem Brief an den Schweizer Dichter Gottfried Keller: "Das goldene Zeitalter wird damit beginnen, daß wir deutsche Volksvertreter uns hundertfach höhere Diäten dekretiren; nach dieser, aus allen pekuniären Verlegenheiten rettenden That wird ein großes, von Richard Wagner eigens componirtes Tedeum gesungen."

 

In seiner postumen Schrift „Über das Weibliche im Menschlichen“ rühmt Wagner den Buddha, der die Frau zunächst „von der Möglichkeit der Heiligwerdung ausgeschlossen gehalten wissen wollte“ und sich dann korrigierte: Es sei ein „schöner Zug der Legende“, dass sie „den Siegreich-Vollendeten zur Aufnahme des Weibes sich bestimmen lässt“.

Jonas Kaufmanns Parsifal stolpert nicht als Tölpel auf die Szene. Er ist ein moderner Charakter, der schon eine Geschichte hinter sich hat, auch wenn er über sie nicht Rechenschaft ablegen kann. Die Indifferenz des Kulturburschen lässt ihn abseits stehen, Gurnemanz ist über ihn empört, weil er sich artikulieren kann. Peter Mattei als Amfortas überwältigt durch unmenschlichen Schönklang, eine Noblesse, die in der Ritterrepublik ein Skandal ist. Die Frömmigkeit des Gurnemanz findet bei René Pape darin Ausdruck, dass der teilnehmende Erzähler nicht daran interessiert ist, Souveränität zu fingieren. Pape versteht sich darauf, den herrlichen Ton aus der Stimme zu nehmen, so dass ihr Klang einen Phrasenbruchteil lang löchrig oder fleckig wirkt.

 

 

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Freitag, den 14ten. (...) 5 Uhr Ensemble-Probe mit Requisiten zum Rheingold, Scene I und II. Die erste Decoration sehr schön, die drei Rheintöchter und Alberich ganz vorzüglich. Die zweite Scene hingegen will mir gar nicht recht zusagen. Schon die Decoration gefällt mir nicht recht - weder der blumige Vordergrund, noch die Burg Walhall im Hintergrund, welcher eher wie ein Juden Kirchhof oder ein indisches Grabmal oder eine Anhäufung vorgeschichtlicher Normal-Uhren aussieht. Außerdem ist die Scene musikalisch äußerst trocken. Es herrscht da vielfach geradezu jenes ältere, lediglich von Akkorden begleitete Opern-Recitativ, welches von der sonstigen Wagner’schen Declamation weit verschieden ist. Selbst die - mir wieder wahrhaft ideal - erscheinende Stimme von Betz [= der erste Wotan: Franz Betz] kann denselben keinen rechten Reiz verleihen. Durch die Anhörung dieser Probe kommt mir wieder die schon sonst von mir empfundene Styl-Ungleichheit in den verschiedenen Partien des Nibelungen-Ringes zum Bewußtsein.

 

Montag, den 17ten. Nach der Probe am Wagner-Tische oben (itt természetesen visszaemlékezik Eckermannra, de erre sem kövejük).  Wagner äußerst guter Laune. Schon in der Probe sagt er einmal: „ja, ja, das ist die Walküre, wo die Stelle vorkommt: Du bist der Lenz. Deshalb werden alle Theater diese ,Oper’ geben. Sie haben dann drei Stücke: ,Du bist der Lenz’; ,Du lieber Schwan’; und ,O Du mein holder Abendstern’.“

Dienstag, d. 18ten. Früh 2ten Act der Walküre studirt. - Nachmittags 5 Uhr Probe davon. Cosima samt Schleinitz [= Marie von Schleinitz] grinsen mich freundlichst an. Die Decoration sehr schön. Vorzüglich sieht es aus, wenn die Walküre ihr Roß den hohen Berg hinab geleitet. Nur die Kampfscene am Schluße mangelhaft - der Vorgang durchaus undeutlich. - Die Einleitung macht sich im Orchester vortrefflich, ein hinreißendes Stück.

Mittwoch, den 19ten. Nachmittag 5 Uhr Probe vom letzten Act der Walküre. Ist wieder einer von den ganz famosen. Die Walküren-Scene wird vorläufig noch durch die mangelhaften optischen Erscheinungen (vö. Newton vagy Goethe? Előadások a József Attila Szabadegyetemen)  der die Luft durchturnenden Walküren beeinträchtigt, auch geht das musikalisch ungemein schwierige Ensemble der 8 Walküren noch nicht tadellos. Doch glaube ich, daß diese Scene colossal wirken wird. Abends in der Restauration am Wagnertisch. Wagner und Cosima erscheinen gegen 9 Uhr. Er ist wieder vortrefflicher Laune - wie Niemann [= der erste Siegmund: Albert Niemann] sehr richtig bemerkt, ein unlösbares Räthsel wenn man diesen kleinen Mann mit seiner sächsischen Gemüthlichkeit so beobachtet und dann denken soll, dieser Mann hat alle diese großen Werke (vö. kis ember nagy Werkekl jár) geschaffen.

Freitag, den 21sten. Die Solo-Scenen Siegfried’s und die Scene mit dem Waldvogel sind wunderbar poetisch, und auch musikalisch von reizvollster Wirkung. In den übrigen Scenen ist für meinen Geschmack zu viel Unmusik(nehezen olvasható. Unmusik? Grunge musik? - még nem eldöntött.)

. Levy, mit dem ich darüber sprach, giebt mir darin Recht: es sei hier zu viel Stoffliches vorhanden, welches einfach hingestellt, aber nicht eigentlich musikalisch bewältigt ist. Es ist ein gehäuftes Nebeneinander, kein fortlaufender organischer Fluß (Hérakleitosz)  (nämlich in diesen erwähnten Scenen). Die Häufung unvermittelter Dissonanzen in der Zank-Scene zwischen Mime und Alberich überbietet alles, was selbst Wagner bisher hierin gewagt. Über die Drachenscene kann man noch nicht recht urtheilen, da das Unthier selbst noch nicht aus London angekommen ist. Der Gesang Fafner’s durch das Sprachrohr ist von eigentümlich grotesker Wirkung.........

 

summa sumarum: ilyen lelkes és szigorú volt a Tanár Úr fiatal(abb) korában. További sok-sok egészséget kívánok Neki a Fidelió Társaság nevében!

 

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Szegény gyengélkedő Tanár úr, aki tudja, hogy nagyon vártuk a szokásos előadását és látja, hogy a fórumon

a wagner értelmezésekről (is) folyik a heves  vita, elkülte nekem, mint lelkes wagnerújság be-másolónak, ifjúkori naplóját, hogy fogalmunk lehessen első kézből, hogy milyen világ is volt akkor.  

Bayreuth. Juli 1876 Mittwoch d. 5ten

Ich höre auf diese Weise das Vorspiel und ersten Act der Götterdämmerung - vollständig mit Scene und Orchester. Großartiger Total-Eindruck, doch im Einzelnen noch vieles zu wünschen übrig. Die Bläser machen das Streich-Orchester an vielen Stellen vollständig todt. ....................

(A magyar nyelvű, személyes megjegyzéseket, kihagyom)

 

Sonnabend, den 8ten. Gegen halb fünf bei strömendem Regen zur Probe (Götterdämmerung, Act II mit Scene und Orchester). Es finden sich neben zahlreichen Schönheiten doch große Strecken absoluter musikalischer Oede, ein Herumwühlen in den Motiven, ein bizarres Herumspringen in den entlegensten Intervallen, dann wird wieder ein nichts weniger als melodisches Motiv der Bässe (Hagen’s Rache) unaufhörlich zu Tode gehetzt, die Singstimmen unglaublich maltraetirt

Die Probe geht im ganzen sehr gut. Doch fühle ich mich nach derselben entsetzlich deprimirt. Der Grund hiervor liegt hauptsächlich in der Erkenntniß der miserablen Akustik: man hört vorläufig kein einziges feineres Détail des Orchesters, die zahlreichen Figurationen der Violinen gehen fast sämmtlich völlig verloren, von dem Texte versteht man oft auf lange Strecken nicht eine Sylbe. Es scheint mir etwas gar zu sanguinisch, wenn man glaubt, daß sich diese Übelstände sofort heben werden, wenn nur der Zuschauerraum gefüllt ist. Ich habe über diesen Punkt Abend’s einen lebhaften Streit mit Rubinstein, welcher in Bezug auf alles von Wagner ausgehende von einem wahrhaft verbohrten Optimismus ist.

 

Dienstag, den 11ten. Nur der Klang, der Klang! Die Harfen, obschon acht an der Zahl, hört man oft kaum - sowohl bei dem Gesange der Rhein-Töchter, als auch z.B. in der wunderbaren Stelle bei Siegfried’s Tod. Der Trauermarsch von erschütternder Wirkung (die beiden 16tel Schläge immer sehr langsam zu nehmen!) Als der Act zu Ende ist, applaudiren die sämmtlichen Musiker und die wenigen Probenbesucher lange und anhaltend.(....... Itt a Missa Solemnis bemutatójára emlékezteti valami a Tanár Urat, de ebbe az irányba nem kanyarodunk vele, mert, lehet, hogy még a János passió harmadik variációjára is visszaemlékezteti valami. Maradunk Wagnerrel kapcsolatos emlékeknél)

Mittwoch, den 12ten. 5 Uhr Ensemble-Probe zum Act III der Götter-Dämmerung. Die Ermordung Siegfried’s, der Trauermarsch und die Schluß-Scene wohl das höchste von tragischer Wirkung, was mir bekannt ist. Wenn das jetzt - ohne Costüme, mit halben Decorationen und noch ganz unvollendeten Maschinen, fortwährenden Unterbrechungen und sonstigen Störungen - schon so gewaltig wirkt, wie muß erst der Eindruck einer vollendeten Aufführung sein. Nach der Probe mit Kuczynski [= Paul Kuczynski] auf dem Theater-Restaurant zu Abend gegeßen; beim Herausgehen Wagner’s in die Arme gelaufen. Wagner sehr liebenswürdig, bedauert daß er sich jetzt so wenig um seine Freunde kümmern könne; er sei jetzt völlig Maschine etc.

Donnerstag, den 13ten. Abends zu „einem stillen Abend“ von Cosima eingeladen - mit Kuczynski’s. Wagner geräth in sehr gute Laune, erzählt allerlei Geschichten, schließlich kommt er auf Loewe’sche Balladen zu sprechen, und da Hill [= der erste Alberich: Carl von Hill], der eine zu singen aufgefordert wird, sich weigert, erbietet sich Wagner selbst dazu. Er singt - Eckert [= der Dirigent Karl Eckert] begleitet - erst „Walpurgisnacht“, dann „Elvers-Höh“. „Ja, ja, ja, die sind ganz genial gemacht; die hat der Loewe noch so als Student gemacht, die sind höchst originell. Später wie er so ein ,ordentlicher Componist’ werden wollte, da ist er verludert, hat er nichts als langweiliges Zeug geschrieben.“ Dann kommt er auf die jetzt ganz verschollenen Opern zu sprechen, die zu seiner Dresdner Capellmeister-Zeit gang und gebe waren: Das unterbrochene Opferfest von Winter, Weigl’s Schweizerfamilie; die Spontini’schen Opern. „Ja, ja - die Spontini’schen Opern, das war doch noch ein Styl. Herrrrgott, Sie, Eckert, das Allegro aus der Arie der Vestalin (er setzt sich an’s Clavier, und klimpert es sich zusammen). Das ist ja ganz colossal - solche Allegro’s kann heute kein Mensch mehr schreiben. Ja, wo ist dieser Styl hingekommen!? Das sind die französischen Opern, welche an dem Verfall schuld sind - vor allem Meyerbeer.“

(Eckert: „und Halévy ...“) „Ne, ne, ne - der Halévy das ist ein naiver Mensch gewesen - nur Meyerbeer, das war ’n Speculant. Ah, die ,Jüdin’ schätze ich sehr hoch; ne, ne, ne sagen Sie mir nichts gegen die Jüdin; ach, der 2te Act ist ja ganz colossal, das ist ja ungeheuer ergreifend.“ (Eckert: „Ah, das freut mich, das ist ganz meine Ansicht“). Dann kommt wieder die Rede auf das „unterbrochene Opferfest“ und die wunderbaren Texte mit Textwiederholungen in den Opern diesen Schlages: „Muß denn der Mensch nicht menschlich sein? - Ja wohl der Mensch muß menschlich sein.“ Alles dies von W[agner] in ungemein charakteristisch drolliger

Weise vorgesungen.

 

 

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William Ashbrook Puccini operái címu munkájában a
mester második bayreuthi útjával kapcsolatban nem az élményt
idézi, hanem egy Puccini magánéletét érintô – kissé
bulvárszeru – epizódot: 1912 augusztusában a zeneszerzô
Bayreuthba ment a Parsifal elôadására, további bizonyítékául
annak, hogy más komponisták muvei iránti
érdeklôdése sem szunt meg. Ez a bayreuthi kirándulás kínos
helyzet forrásává vált Puccini számára. Amikor Cosima
Wagner meghallotta, hogy Puccini a közönség soraiban
tartózkodik, meg akart vele ismerkedni, de minthogy
Puccini hölgykísérôje nem Elvira (a felesége) volt, megôrizte
inkognitóját, s ezáltal elvesztette lehetôségét, hogy találkozzék
Bayreuth nagyhatalmú úrnôjével. (Más források
szerint 1894 júniusában Puccini Szicíliából hazatérôben
már találkozott Liszt Cosimával, aki Blandine von
Bülow-val – lányával – útitársa volt a hajón.)
Wagner szent városában szerzett zenei élményérôl
lelkesen ír egyik levelében: „Három tökéletes varázslatban
eltöltött nap. Nagy és fenséges, isteni muzsika; közkinccsé
nem válhat, mert az a gondosság és vallásos
áhítat kell hozzá, amely csak Bayreuthban található.”

 

Fajth Tibor Puccini-könyvében ugyancsak utal az
olasz komponista más zeneszerzôk, s különösen Wagner
iránti érdeklôdésére: A régebbiek közül Verdiért, és
még sokkal inkább Wagnerért rajongott. Ez utóbbihoz
való viszonyában volt valami alázatszeru. Egyszer
hosszas (és ki tudja, hányadszori) tanulmányozás
után ezzel tette le a Trisztán partitúráját: „félelmetes,
lenyugözô ez a tudás. Ô volt a mester, és mi mindnyájan
sarlatánok vagyunk hozzá képest.”
Máskor, amikor Bécsben járt, a Parsifal három elôadására
vett jegyet azzal a céllal, hogy minden este egy
felvonást hallgasson meg, és így teljesen frissen merülhessen
el a mu szépségeiben. Aztán mosolyogva vallotta
be, hogy mindhárom estén végigülte mindhárom felvonást,
mert nem tudott elszakadni ettôl a muzsikától.

 

Jól tudom,
hogy muveimben sok a hely, amelyet kifogásolnak.
Ez nem lepett meg. De mindent szándékosan csináltam.
A muvészet olyan, mint az élet, az életben pedig nemcsak
nagy fordulatok és felemelô pillanatok, de jelentéktelen
történések és percek is vannak. Akárcsak a természetben
a nappalok és az éjjelek, meredekek és lapályok. Ha minden
magasztos és felemelô volna, lehetetlenné válna az
élet. A legszebb álmokat sem lehetne elviselni, ha nem
volnának bennük sötét színfoltok is. Wagner, az emberiség
egyik legnagyobb géniusza az általa bejárt területen
oly magasságokba jutott, mint azóta senki. Mégis, olykor-
olykor ô is bölcsen leszállt a mélybe, s ezek a részletek
csak az ô drámai és filozófiai beállításai miatt nem
tunnek fel banálisnak. Azért, ha hangokban filozofál,
mint helyenként én – banális. Ez a fogyatékosság azonban
látszólagos, s alapjában emeli azt, ami értékes.
Pallós

 

 

 

 

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                                                  Az Örök Nôi emel a magasba

 

Az Örök Nôi emel a magasba

 

Az Örök Nôi emel a magasba

 

zzel a híres mondattal zárul Goethe
Faustja, és ezzel a megváltó gondolattal
ér véget Wagner Tetralógiája. S így
köszöntötte hallgatóságát Brünnhilde
lágyan csengô énekével Kovács Eszter világhíru
operaénekesünk.
Elôadásra gyultünk és ünnep lett belôle, aranybetus
ünnep, a muvész dícsérete, egy magasan szárnyaló
életpálya összegzô újraélése.
Már amikor a színházterembe
léptem, a színpadon
csillogó mécses-sor
és a sok szép virág jelezte a
megkülönböztetett napot, a
várható zenei és intellektuális
élményt, melyben részünk
lesz – és lett is!
A laudáció a sikeres pályatárs
Sümegi Eszter muvésznô
köszöntésével kezdôdött,
aki felidézte régi zeneakadémiai
élményét. A
könyvtárban felvételrôl
hallgatta Kovács Eszter elbuvölôen
szép elôadásában
Senta balladáját. Megmámorosodva
majd’ tucatszor
újrahallgatta, egyre jobban
érezve, ezért érdemes tanulni,
küzdeni. Acél: ilyen gyönyöruen
énekelni! Máig is
hálás ezért az indíttatásért,
a nemes példaképért. Ahol a
világon Sümegi Eszter megfordult,
s megtudták honnan jött – igen a kis ország,
ahonnan Kovács Eszter is származik – mondták.
„Akkor büszke voltam Kovács Eszterre és hazámra.”
A beszélgetés aranyszálára Boros Attila zenetudós
szólította szép sorba a gondolat-gyöngyöket, és
mosolyogva jegyezte meg: „nem hittem volna, hogy
Kovács Eszter muvésznôvel egy színpadon fogok valaha
szerepelni”! S máris elkezdôdött a sikeres, de
küzdelmes pályáról a beszélgetés.
Igen a küzdés, – mert mint vendégünk szerényen,
kedvesen mondta – egy nagy ívu muvészpálya
mentén, a siker mögött a küzdés, a munka, a törekvés,
az állandó készülés a muvész világa. A muvész
sorsa Brünnhilde sorsa, sorsbetöltô küldetés teljesítése.
Ars poeticája: el kell jutni a máglyához! Bizonyságtétel,
hogy a talentum, amit kapott a Teremtôtôl,
az szorgalmával kibontakozott, az emberek
örömére és gyönyöruségére
szépen kamatozott. A muvész
tiszte a mindennapi
megmérettetés, mely nélkül
az élet szánalmas igyekezet
csupán. Sok példaképe változott
vezérlô csillaggá, ôket
csak az látja, aki feltekinteni
tud. Fellépés elôtt mindig
a Máté passió zárókórusát
énekli magában, ez a lámpaláz
elleni égi orvosság
titka.
Mindnyájan kíváncsiak
voltunk – Boros Attila is –,
hogy ívelt ez a pálya Tiszanánától,
a csöppnyi hevesi
falutól a Metropolitanig?
Apályához, a nagy küzdelemhez
a szülôktôl kapott
hatalmas erôt. Édesapja
michelangelói ideál, kinek
váratlan elvesztése a fájdalom
olyan máig ható gyászát
tárta fel, mely Brünnhilde
szomorú lelkének
mélységeit idézi, – vallja a muvésznô. Milyen szép
volt ehhez az Istenek alkonyából felhangzó zenei
részlet… Ruhe, ruhe… Ahogy további szavaiból kielemeztem,
édesanyjától pedig szerény, kedves lényét
örökölhette. Még most is sokszor visszatér szülôfalujába,
ahol „feltöltést”, tiszta emberi mélységet kap
újra meg újra.
A gondolatdús beszélgetés a nagy sikerek helyszínére
terelôdik. Egy nagy világtérkép tárul elénk
2008. tél
E

 

Hogy miként
sodródott Wagner
világa felé?
A sors, a hangi
predesztináció, a
kvalitás és a lelkiség
szinte genetikusan
erre rendeltek,
vallja a kérdésre Kovács Eszter. Erre érdemesítette
édesanyja tisztán látó készsége. Ô a család bölcs Erdája
volt! Meghatva hallgattunk ezek után két szép
Wesendonck dalt, melynek meghitt elôadása mindenkit
elbuvölt a teremben! Stehe still – heilige Natur!
Szent, örök természet.
A természet, melyet a modern rendezés számuz
Wagner színpadáról és felváltják pártházak, muszaki
irodák, sivár üzemek, elmegyógyintézetek – veti
közbe Boros Attila. Azért van ez – válaszol vendégünk
–, mert a rendezônek nincs ötlete, és azt negatívumokkal
tussolja el. – Rombolni könnyebb, mint építeni

 

két hazai
hangverseny felejthetetlen. Az egyik éppen akadémiai
végzésekor Akékszakállú Kovács Kolossal, melyet
az erre legkompetensebb dirigens: Ferencsik János
vezényelt. Az elôadás után bejött Fischer Annie és
könnyes szemekkel gratulált…Ez nekem többet ért,
mint egy Kossuth díj! A
világ számos országában
Berlinben, Prágában,
Frankfurtban,
Hágában énekeltem „A
Kékszakállú” Juditját,
de a pesti marad a csoda,
a felejthetetlen.
A másik hasonlóan
szép emlék – meséli –:
Az istenek alkonyában
énekeltem egy zeneakadémiai
koncerten.
Sándor Judit jött utána
hozzám és elmondta,
nem messze ült tôle
Kroó tanár úr, és mint
látta lehajtott fejjel sírt.
Micsoda érdem! Micsoda
felértékelôdés!
Brünnhilde lelkét tudtam

megidézni

 

Persze vannak vidám percek is. Birgit Nilsson
mesélte el azt a történetet melyet Robert Castellivel
játszottak a Covent Gardenben. ASiegfried-beli ébredési
jelenetrôl van szó. Castelli hatalmas fickó,
többször körbejárja Nilssont, ébresztgeti, költögeti:
„Erwache heilige Frau!” Majd leveszi a pajzsot
Brünnhilde mellérôl, amikor elôvillan egy pajzs
alatti felirat: Bitte nicht stören! Nos tessék komoly
maradni, hisz a színpad vészesen az

 

                                                  Talán ekkor hallottam Boros Attilától, hogy "Én kérem, ha kell, Wagnerért akár ölni is képes lennék" (vagy valami hasonló)

Szép emlékek a Wagner társaságból! Szemezgetek a hírmondóikból.

 

[fidelio] parsifal hendrix Creative Commons License 2013.02.11 0 0 59

                                                        "Desaster als Triumph"

 

Der französische Philosoph Alain Badiou hat bereits 1952 in Bayreuth den "Ring des Nibelungen" gesehen – und ist bis heute von ihm gebannt.

Der Wahlpariser, 1937 geboren, ist einer der bekanntesten (und umstrittensten) Philosophen Frankreichs. Der Exmaoist versteht sich als linker Platoniker. Neben seinem Hauptwerk Das Sein und das Ereignis hat er zahlreiche politische Bücher geschrieben – und jüngst die Fünf Lektionen zum Fall Wagner (diaphanes Verlag). Schon sein allererster Artikel befasste sich mit Wagner, und zwar mit dem Ring des Nibelungen.

- In Ihrem Buch Fünf Lektionen verteidigen Sie Wagner gegen den Vorwurf, er sei ein protofaschistischer Propagandist der Identität gewesen, dem alle Differenz, alles Leiden und alles Scheitern nur als Übergangsmoment auf dem Weg zur großen Lösung gegolten habe.

-  Diese Sichtweise unterschlägt die Tatsache, dass Wagner echte Tragik kennt. Er präsentiert keine Lösung der Widersprüche. In seinem Werk sind Unsicherheit und Scheitern außerordentlich präsent. Die Opern bestehen zu einem großen Teil aus einem Warten, das nicht belohnt wird, aus Projekten, die in Katastrophen enden, aus unheilbaren Spaltungen, und die großen wagnerschen Situationen sind mehr Desaster als Triumph. Nur das Ende der Meistersinger ist triumphal, die Vereinigung von Tradition und Erneuerung – aber sogar das hat seinen Preis, Hans Sachs muss seine Liebe opfern. Bei Wagner wird immer ein Preis gezahlt. Oder nehmen wir den Ring: vollkommenes Scheitern! Am Ende der Götterdämmerung, in der berühmten Aufführung unter der Regie von Chéreau 1976, steht die Menschheit fragend auf der Bühne und schaut ins Publikum: Wir sind allein, Waisen, keine Götter mehr und kein Ring – was jetzt?

ZEIT: Ein brechtscher Moment.

Badiou: Genau das. Natürlich ist Wagner auch fähig, Widersprüche aufzulösen – aber dann, ohne zu überzeugen, wie im Parsifal. Das endet ja nicht gerade großartig, man fragt sich: Wieso ist es jetzt besser? Ansonsten aber: überall Desaster. Lohengrin muss fort, die Götter gehen unter, Tristan und Isolde endet damit, dass alle verloren haben – Isolde singt zwar noch, ist aber eigentlich auch schon tot. Nein, Wagner war ein Mann der schwierigen, inpraktikablen, unmöglichen Wege. Also gerade nicht des Triumphs der affirmativen Dialektik.

ZEIT: Als Charles Baudelaire 1860 den Tannhäuser in Paris gesehen hatte, sagte er, es handele sich um »despotische Musik« – die ihm allerdings gefiel.

Badiou: Es gibt einen wagnerischen Grundwiderspruch. Auf der einen Seite war er ein extrem innovativer Komponist, noch dazu einer, der selbst in kleinsten Details außergewöhnlich innovativ war. Er arbeitete mit größter Finesse am äußersten Rand der musikalischen Abstraktion.

Just das hatte Nietzsche ja so kritisiert, dieses Theatralische, Zirzensische, Historische. Nietzsche schrieb, Wagner habe die Musik dem Theater unterworfen – ich glaube, das Gegenteil stimmt, Wagner hat das Theater der Musik unterworfen. Gleichwohl, die Opern bestehen halt aus beidem, und Wagner spielt da immer wieder mit Knalleffekten, er will faszinieren, hypnotisieren, und in dem Sinn ist sein Werk despotisch.

 

 

ZEIT: Insofern hätte das 20. Jahrhundert ihn nicht widerlegt.

Badiou: Im Gegenteil. Das 20. Jahrhundert hatte ein Thema, das bei Wagner sehr präsent ist: das Projekt der radikalen Metamorphose der Welt – ein Projekt, das die Menschheit der Gefahr des Untergangs aussetzte. Nehmen Sie Wotan. Der will alle Macht kumulieren, die des Gesetzes und die der rohen Gewalt, ein totalitäres Projekt. Eine Art göttlicher Stali (Egy nagy sudaras lófaszt vegyük Sztálint! Vegyük a Milka Bőrbe bújt Sátánt!)! , dieser Wotan, der die Macht in allen Formen will, die Lanze, den Ring noch dazu. Und er sieht, dass er innerhalb dieses Systems nicht frei handeln kann, also schafft er sich mit Siegfried einen freien Helden, der für ihn handeln soll – was ebenfalls nicht gelingen kann. Das erinnert an das problematische Verhältnis von Totalitarismus und Befreiungsideologie im 20. Jahrhundert. Oder nehmen Sie das Problem der Erneuerung: Lohengrin will seinen Namen nicht nennen, das Vergangene soll ganz weg sein, damit er neu beginnen kann – 20. Jahrhundert! Wagner war sein Prophet.

 

Badiou: Parsifal ist sehr interessant (Ezt mondjuk remélem is) . Wenn Sie die Oper als Zeremonie betrachten, dann ist sie in der Tat gescheitert. Ich schaue mir das an und sage mir: Nein, ich glaube das nicht, was da auf der Bühne behauptet wird. Für mich ist es ein Kunstwerk mit großen Momenten, aber eine Zeremonie? Es gibt ja Aufführungen, da wagen die Leute nicht zu klatschen, weil doch alles heilig sei. Wie kindisch! Aber die gute Frage, die Parsifal aufwirft, ist die: Ist heute, nach dem Tod der Götter, eine sinnvolle Zeremonie möglich? (pl. aug.20, meg nov. 7 meg okt 23 stb.stb.) Wieder so eine Frage des 20. Jahrhunderts. Kommunismus und Faschismus hatten politische Zeremonien versucht, und wie bei Wagner waren die dann übertrieben, aufgeblasen, erzwungen.

Was kommt nach dem Christentum?

Was kommt nach dem Juden-Christentum?

Was kommt nach dem Budhism-Juden-Christentum?

Was kommt?

Der Künstler fand die Lösung nicht und füllte die Leere mit Theatereffekten. Am Ende der Oper fragt man sich ja schon, was hat dieser Parsifal eigentlich geleistet? Im ersten Akt war er ein bisschen doof, im zweiten ruft er nach seiner Mutter, schließlich kommt er mit einer Lanze an, und das ist so ziemlich alles, selbst gesungen hat er wenig, gerade mal 20 Minuten. Die Oper hat erhabene Momente, aber Kunst und Ideologie fallen in ihr vollkommen auseinander. Wagner war ein grandioser Künstler des Scheiterns.

Paarsifalpaarsifalfalparsi fallfallwagneruntergehen

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Nincs.Most "lemezes titkok" -ról rántjuk le a leplet:

 

                 Welche Aufnahmen der zehn großen Musikdramen sind besonders empfehlenswert?

Wer mit Wagnerianern über Referenzaufnahmen debattieren will, benötigt zunächst ein angstfreies Verhältnis zur Kriminalität. Zahllose Aufnahmen existieren lediglich als Raubkopien im Internet, werden von Fanatikern aber mit dogmatischem Hohn beschworen: »Kennen Sie Gaspard Bretouilles legendären Parsifal aus Montpellier von 1968? Unübertroffen!«

-!!!!

Kezdjük a szálkás-szakállas-tengeri szörnyes aktualitással:

 

). Erfreulich gut zeigt sich der Fliegende Holländer repräsentiert, jenseits von öden Fassungsfragen werden in Joseph Keilberths Bayreuther Mitschnitt von 1955 alle relevanten Wünsche erfüllt: Ruhe in der Stube, Orkan auf der See – mit Hermann Uhde, Astrid Varnay und Ludwig Weber (Testament).

 

Die besten Wagner-Aufnahmen aller Zeiten – wer hier den Platzanweiser geben will, muss entscheidungsstark sein. Nun denn, Karajans Dresdner Meistersinger sind exzellent, aber die schönste Einspielung des Werks ist die von Rafael Kubelik aus München von 1967, der Thomas Stewart (Sachs), Gundula Janowitz (Eva) und Sandor Konya (Stolzing) mit den Ensembles des Bayerischen Rundfunks perfekt den Rücken freihielt. In Konyas stürmischem Preislied spürt man den Fremdling, der sich um Kopf und Kragen singt und doch alles gewinnt (Arts).

http://www.youtube.com/watch?v=GEhBkyi53A0&playnext=1&list=PL1576F30C65244382&feature=results_video

Kónya  Sándor !!!!!!!!!!!!

Beim Lohengrin sollte die 58er-Aufnahme aus Bayreuth nicht vergessen werden mit eben jenem Sandor Konya in der Titelrolle, der im Artikel so gelobt wird.

 

Kubeliks Meistersinger sind gewiss konsensfähig, Karl Böhms Bayreuther Tristan (1966, mit Birgit Nilsson und Wolfgang Windgassen) ist es gewiss auch. Carlos Kleiber scheidet aus wegen der hörbaren Differenzen mit René Kollo, Furtwängler wegen seiner Tempo-Missverständnisse. Beim Tristan dirigierte auch Böhms Herz mit. Das hört man (DGG).

 

Komplexer die Lage beim Parsifal, den Karajan als prä-Debussyisches Ornament anlegt und Knappertsbusch als Etüde über heroische Abseitigkeit. Als Favorit darf hier ein Leipziger Studio-Mitschnitt von 1975 unter Herbert Kegel gelten (mit Theo Adam als Amfortas und René Kollo als Parsifal): Die Musik raunt nicht – und Kegels Kompromisslosigkeit ist entwaffnend (Berlin Classics)

 

Unbefriedigend hingegen die Lohengrin-Lage: Abbado ist zu pauschal, Kubelik (mit dem grandiosen James King) kann die desaströse Ortrud von Gwyneth Jones nicht vergessen machen. Rettung naht aus Wien – in Rudolf Kempes intensiv erzählender Staatsopern-Produktion von 1963, mit Jess Thomas als Lohengrin und Elisabeth Grümmer als Elsa (EMI). Wer klangliche Grenzfälle nicht scheut: Erich Leinsdorfs Met-Mitschnitt von 1943 mit Lauritz Melchior, Astrid Varnay und Kerstin Thorborg ist sängerisch eine echte Offenbarung (Naxos).

 

Wer den Ring des Nibelungen en bloc haben möchte, kommt wohl an Georg Soltis imperialem Zyklus nicht vorbei (Decca). Reizvoller ist die Aufteilung: Rheingold hört man kaum geschlossener und symphonischer als bei Bernard Haitink (EMI). Die Walküre wärmt und feuerzaubert am stärksten bei Joseph Keilberth (Testament), Siegfried hat beim hochgradig inspirierten Marek Janowski in Peter Schreier den besten Mime (RCA), und Furtwänglers Expertise in der schier mythischen Durchdringung von Zeit, Raum und Klang kommt nirgendwo so erhebend zum Ausdruck wie in seiner späten römischen RAI-Rundfunk-Aufnahme der Götterdämmerung von 1953 (EMI).

 

Den idealen Tannhäuser indes muss man schuldig bleiben. Solti? Oberflächlich. Sinopoli? Domingo singt unverständlich. Karajan? Beirer knödelt. Furchtlosen Suchern sei somit zu Wolfgang Sawallischs Livemitschnitt aus dem italienischen Perugia von 1972 geraten, abermals eine RAI-Produktion (Kollo, Janowitz, Brendel). Der finale Jubel der umbrischen Wagnerianer ist in jedem Fall berechtigt (Opera d’Oro).

 

-ez minden bizonnyal azoknak érdekes, akik igazi Wagner hívők és számtalan előadást láttak és még számtalanabb lemezük van. ( vannak itt páran hála az életnek).

 

Die Parsifal-Aufnahme von Kegel ist die schwächste, die ich kenne und ich kenne viele. Da ist mit Sicherheit eine Knappertsbusch-Aufnahme aus Bayreuth vorzuziehen oder auch die Solti-Aufnahme mit Christa Ludwig als Kundry.

Kleibers Tristan fällt keineswegs aus. Herausragend was er aus den Streichern im Vorspiel zum 1. Akt holt und ja, trotz der Differenzen zwischen Kleiber und Kollo, ist der gesamte 3. Akt, grad wegen Kollo und Kleiber und den Wagner als für unaufführbar befand, das erschütterndste, was ich bisher von mir bekannten Aufnahmen dieser Oper gehört habe. Wagners Aussage ist nur hier nachvollziehbar.

Ansonsten vermisse ich doch Klemperer´s Holländer und Solti´s Parsifal...

 

dabei wäre es für alle nicht-raubkopierer doch höchst informativ und interessant gewesen zu erfahren, was der schwarzmarkt den sog. musikinsidern so offeriert.
aber nein, die empfehlungen von herrn goertz sind all die ollen kamellen, die längst zum allgemeingut der (wagner)opernkenner zählen -
wir leben doch nicht in tannhäusers zeiten, lieber wolfram, now is web-net-tab-time.

 

wer heute immer noch den knalligen solti-ring als benchmark beschreibt und furtwänglers tristan als musikalisch-orchestral unzureichend, der sollte sich
mit den umbrischen wagnerianern nach wahnfried zurückziehen.

 

 

Was zählt, ist das Erlebte, sind Bilder und Klänge: Waltraud Meier in Heiner Müllers Tristan-Inszenierung, wie sie Isoldes Liebestod singt und das Bühnenbild hinter ihr zum golden strahlenden Kubus sich weitet; das Finale in Patrice Chéreaus Jahrhundert -Ring, der Moment, in dem Götter, Zwerge und Helden geschlossen an die Rampe treten und das Publikum fixieren: Ihr seid gemeint, niemand sonst; der Trauermarsch in der Götterdämmerung, wenn einer wie Christian Thielemann dirigiert, zornig und zart; oder der erste Auftritt des Ritters Lohengrin bei Hans Neuenfels, von einem tänzelnden Schwan begleitet und vom Beben des Chores getragen: »Ein Wunder, ein Wunder, ein unerhörtes, nie gesehnes Wunder!«

 

 

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Hát, parsi, erről amairól nincs valami kulisszatitkod?

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Király

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na de a t3 !!!!!! ra legalább egy aprócsak lájk jöhetett volna!

 

D betűnél!

Es macht einen Unterschied, ob man schon als Dreijähriger (vö. t3!!!!!!!) zu Hause Wagner hört oder nicht. Auf der anderen Seite

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"ezt nem citálom, mert nagyon a földbe tapossa a poroszt."

 

Na, akkor jobb is! Üvöltés

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További utikalauz Wagnerhez

A zene és a baba rovatba is tehettem volna, mert ez egy zenei ABC-s könyv.

 

A, das hohe

Für Tenöre ist normalerweise das hohe C der Gipfel, bei Wagner ist es das A. Der Heldentenor, der eine breite und kräftige Stimme hat, ist nicht unbedingt auch ein Ritter vom hohen C. Einen Ton im Zimmer zu erwischen heißt noch nicht, dass man ihn auch auf der Bühne singen kann. Beim hohen A fällt einem sofort der Lohengrin ein, von der Gralserzählung bis zum magischen »Elsa, ich liebe dich«.

 

 

Belcanto

Man denkt sofort an Bellini, den Vorreiter des Belcanto, und nicht an Wagner: Sollte man aber, Wagner war ein großer Bellini-Verehrer! Und er predigte den Belcanto – Belcanto im Wortsinn: Schöngesang. Es soll eine Weichheit, Wärme, Schönheit im Klang entstehen. Da, wo Wagner für Sänger und Orchester piano oder pianissimo schreibt, muss man das versuchen. Ich verstehe mich, gerade im Wagner-Fach, auch als Belcanto-Sänger. (ezt tuggya majdmindenki)

 

CDs

Die großen Studio-Einspielungen stammen aus den fünfziger und sechziger Jahren. Heute werden aus Kostengründen keine mehr produziert. Ein Drama? Nein. Schade? Natürlich. Die heutige Sängergeneration hat nicht dieselben Chancen wie damals. (ezt tuggya majdmindenki)

 

Deutsche, das

Zunächst mal: Ich bin Deutscher. Es macht einen Unterschied, ob man schon als Dreijähriger (vö. t3!!!!!!!) zu Hause Wagner hört oder nicht. Auf der anderen Seite hat das Deutsche bei Wagner immer einen schalen Beigeschmack: Der Missbrauch im »Dritten Reich« ist einfach nicht wegzudenken(vö. biboldó wahnsinn) .

 

Eule, die

Das wunderbare Traditionsgasthaus am Marktplatz in Bayreuth! Seit 1876, dem Gründungsjahr der Festspiele, trifft sich dort der harte Kern der Wagnerianer nach der Vorstellung. Wer will, kann an den signierten Künstlerporträts, die die Wände zieren, so etwas wie eine Krise des Wagner-Gesangs ablesen: Seit 1960 ist kaum ein neues Sängerbild hinzugekommen. Ob ich in der Eule hänge? Ich weiß es gar nicht.

(ha zsölényen  múlik akkor igen )

 

Forte

Den Zuhörern fallen im Lohengrin immer nur die lauten Stellen auf – das alte Wagner-Lied. Dabei schreibt er so oft piano und pianissimo! Wagner ist berühmt für sein Forte und wird unterschätzt für seine Piani. Dabei werde ich gerade auf die leisen Stellen im Lohengrin angesprochen: auf die »Taube« in der Gralserzählung und auf »Mein lieber Schwan«. (igen. Wagner a "lassú számokban"  is elég király)

 

Gralserzählung

Ein rätselhafter Text! In meiner Interpretation findet hier ein Umschwung statt: Aus Zorn und Anklage werden Scham, Depression und Verzweiflung. Lohengrin weiß, dass er selber Schuld trägt. Im Liebesduett hat er sich in seine Gefühle hineingesteigert, hat geprahlt und gedrängt, er wollte diese Frau unbedingt für sich einnehmen. Nun bedauert er, dass er das Volk nicht in den Krieg führen kann, aber er bedauert vor allem, dass er Elsa lassen muss. Es ist kein heldisches Stück. Die Trauer macht die Gralserzählung so zerbrechlich. (azt a Depressziót ismerem én is. De vannak rá jó tabletták.)

 

Heldentenor

Wagner-Opern sind bevölkert von Helden: Siegfried, Tristan, Lohengrin, Mime, Rambo)  Uns interessiert heute nicht mehr so das Makellose des Heldenimages, sondern das Gebrochene. Ein Siegmund, der Inbegriff des Recken und Kämpfers, ist, wenn er in der Walküre vor Hundings Hütte erscheint, schlichtweg am Ende. Wenn er dann plötzlich so weich wird, schmachtet und von den Frauen erzählt: wunderbar. Wagner hat sich immer für den Menschen in seinen Heldenfiguren interessiert.

 

Italianita

Da müssen wir gleich wieder vom Lohengrin sprechen: Das ist Wagners italienischste Oper. Hier sind alle Melodien lieblicher, weicher, umflorter, bis in die Chöre hinein. Auch Verdi hat gesagt: Sein Wagner ist Lohengrin. Ich habe mir viele Wagner-Aufnahmen auf Italienisch und Französisch angehört. Wie sehr diese Italianata das Stück verändert! Ein Lohengrin, auf Italienisch gesungen, klingt wie eine italienische Oper.

 

Joseph Alois Tichatschek

Der Tenor, der zu Wagners Lebzeiten sang: Er soll über überirdische Stimmkräfte verfügt haben. Zum Meister selbst soll Tichatschek gesagt haben: »Lieber Richard, den Tannhäuser sing ich dir auch zwei Mal am Tag.« Tichatschek, so lautet eine These, soll Wagner dazu verleitet haben, das Leistungsvermögen seiner Sänger zu überschätzen, woraufhin er nach dem Rienzi und dem Tannhäuser einige Partien schrieb, die als unsingbar gelten. 

 

Lauritz Melchior

Die Tenorlegende des letzten Jahrhunderts, seine »Wälse«-Rufe in der Walküre (live 15 Sekunden lang!) sind unerreicht. Taugt er zum Vorbild? Der Däne soll den Spitznamen »das singende Sofa« getragen haben. Sicher waren die darstellerischen Anforderungen an einen Sänger zu seiner Zeit nicht so hoch wie heute. Da hat man toleriert, dass einer unbeweglich auf der Bühne stand, wenn er nur gut sang. Heute würde man das nicht mehr hinnehmen.

 

Sängerdämmerung

Die alte Klage, dass es keine brauchbaren Wagner-Tenöre mehr gibt. Also, ich weiß nicht. Wenn man Kritiken aus den vermeintlichen Glanzzeiten liest, heißt es da auch schon: Wir haben keine großen Stimmen mehr. Die Zeit, in der die Oper ein Straßenfeger war, ist vorbei. Vor dem Aufkommen von Kino und Fernsehen wurden Opernsänger ja wie Hollywoodstars gehandelt. Was ich viel wichtiger finde: Durch die Verstärkung des Orchesterklangs erleben wir eine Verschiebung in den Besetzungen. Der Mozart-Sänger von früher ist der Rossini-Sänger von heute, der Verdi-Sänger von früher ist der Mozart-Sänger von heute, der Wagner-Sänger von früher ist der Verdi-Sänger von heute. Was ist dann, um Himmels willen, der Wagner-Sänger von heute? Nicht die stimmlichen Kapazitäten fehlen – die Ansprüche sind enorm gewachsen.

 

THIELEMANN

............. ezt nem citálom, mert nagyon a földbe tapossa a poroszt.

 

 

Unterleib

Man atmet immer in diese Richtung. »Singen mit dem Unterleib« oder »Singen mit Leibanschluss«, auch so ein altdeutscher Ausdruck, den ich klasse finde – das bedeutet, dass der ganze Körper zur Verstärkung des Klanges, der im Zwerchfell erzeugt wird, beiträgt. Singen mit dem Unterleib ist auch ein Interpretationskonzept: Der Ton klingt voller, männlicher

aha. tehát nemcsak a rekeszizmok kellenek, nemcsak a hasizmok, hanem, hogy hogy is mondjam?

Tojások is kellenek Wagnerhez!

Ahogy a magyar operairodalom Erkel óta találóan mondja : "Tökösnek kell lenni a színpadon! "

(Vö. Erkel Ferenc levele Liszt Fferenchez, idézi: Puskás Peti, Bors,  januári különkiadás)

 

Verschleiß

Ein Naturgesetz. Ganz davor schützen kann sich kein Sänger. Es gibt Erschöpfungsanzeichen, die sich plötzlich bemerkbar machen: Man muss seine Stimme überreden, braucht morgens länger, um sich warm zu machen. Mein Konzept dagegen lautet, dass ich nach Wagner, gewissermaßen zur Erholung, immer wieder Mozart, Verdi und das klassische Lied gesungen habe. Das schlimmste Erschöpfungssymptom wäre, dass man abends keine Lust mehr hat, auf die Bühne zu gehen.(vö. Burn out, Bors, 2012, december,

Puskás Peti) 

 

 

Wolfgang Windgassen

Der Inbegriff des Wieland Wagnerschen Heldentenors: eine Ikone des modernen Wagner-Gesangs. Schade, dass es nur so wenige Filmdokumente mit ihm gibt, zur Beurteilung seiner Wirkung auf das Publikum reichen die Mitschnitte und Studio-Aufnahmen nicht aus. Menschen, die Windgassen auf der Bühne gesehen haben, schwärmen heute noch mit glühenden Wangen und Ohren.- nos ha az énekesnek tojások is kellenek, akkor a hallgatóknál se csak a fej szükséges, hanem bizonyos altesti régiók lángolása is.

 

 

Zigaretten

Meine letzte Zigarette ist lange her: Ende der Schulzeit, Anfang des Studiums. Baritone und Bässe stecken den Qualm offensichtlich besser weg als wir Tenöre. Der kürzlich verstorbene Dietrich Fischer-Dieskau hat sich vor jedem Auftritt eingeraucht: ein letztes Mal gezogen und raus auf die Bühne. Für mich haut das nicht hin. Meine Lunge verzeiht keine Zigarette.

- nem is tanulsz meg úgy zongorázni soha mint Fischer Annie! És Schubertet se fogsz soha úgy énekelni mint a Dieter!

A gesamtkunstwerk lényege éppen ez: enni, inni, dohányozni, kártyázni, nőzni. Aki ehhez akaratgyenge, az menjen maratoni futónak.

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Silvesterkonzert in der Semperoper in Dresden (2)

"Enthüllet den Gral!" Ein klassisches Enthüllungsbuch also, und zwar von einem Insider.

 

Rätsel überall. Wagner, schreibt Thielemann, war "ein armseliger Pianist und hoffnungsloser Geiger, selbst im Partiturlesen tat er sich schwer, und das Transponieren eigener Stücke am Klavier trieb ihm den Schweiß auf die Stirn." Wie konnte so einer solche Musik schreiben? Über Wagners Orchester heißt es: "Je größer es wird, desto feiner, leiser und kammermusikalischer klingt es; und je kleiner es ist, desto lauter klingt es."

Thielemann: "Das Orchester vernimmt von den Sängern allenfalls ein Piepsen oder fernes Rufen – ganz abgesehen davon, dass die Musiker sich untereinander extrem schwer hören; die Sänger haben das Gefühl, gegen die Breitseiten aus dem Graben niemals ankommen zu können; und der Dirigent sieht zwar fast alle und alles, kann sich aber auf nichts so wenig verlassen wie auf seine Ohren." Wie das später in der Aufführung trotzdem funktioniert, ohne Telefon, bleibt offen. Wahrscheinlich weiß es Thielemann selbst nicht.

Thielemann verrät viele Tricks aus der Praxis. Dass im Bayreuther Graben zum Beispiel die Auftakte lauter gespielt werden als anderswo, weil sie sonst von der weichen Akustik geschluckt werden. Dass die meisten Dirigenten bei der gefürchteten "Prügelfuge" im zweiten Akt der "Meistersinger" schummeln und nur einen Teil des Chors beim Singen kreuz und quer über die Bühne läuft, wie vom Libretto gefordert. Der andere Teil bleibt unauffällig stehen und sorgt für das musikalische Gerüst.

Aber der magische letzte Tick, der aus der Abfolge von Tönen ein Kunstwerk macht, der bleibt im Dunkeln. "Leider ist noch aus keiner beschreibenden Analyse je Musik geworden", schreibt Thielemann, und es hat etwas Tröstliches. Wenn nicht mal einer wie er alle Geheimnisse Wagners in Worte fassen kann, ist das vielleicht auch gar nicht nötig, um dem Werk, diesem geheimnisvollen Heiligen Gral nahezukommen. "Wer ist der Gral?", fragt Parsifal im letzten Werk Wagners, und er erhält zur Antwort: "Das sagt sich nicht."

Noch nie hat Christian Thielemann aus seinem Herzen eine Mördergrube gemacht. Er sagt, was er denkt, und erregt dadurch manches Ärgernis. So ist er zu einem der nicht nur bedeutendsten, sondern auch umstrittensten Dirigenten der Gegenwart geworden. Schon gleich auf der ersten Seite seines Buches «Leben mit Wagner» wartet er mit einer Provokation auf. Er konstruiert ein Entweder – oder zwischen Richard Wagner und Gustav Mahler – zwischen dem angeblich lebensbejahenden Utopiker (war das der Schopenhauerianer Wagner wirklich?) und dem vermeintlichen Sympathisanten des Abgrunds – und bekennt seine Entscheidung für Wagner.

Ein eigenes Kapitel ist Wagners «Weltanschauung» gewidmet. Mit bemerkenswerter Offenheit stellt sich Thielemann dem Problem des Antisemitismus. Die Juden seien für Wagner «eine willkommene Projektionsfläche» gewesen, auf der er alles habe abladen können, was in seinem Leben schiefgelaufen sei. Und dann folgen Seiten, auf denen er sich ein einziges Mal wirklich bitter über Wagner beklagt: hinsichtlich seiner Herabsetzung Mendelssohns. Dagegen erhebt er «als Musiker, dem Mendelssohn kaum weniger bedeutet als Wagner», rigoros Einspruch.  So aufgebrochen wie konsistent ist die Struktur, bestimmt von der Erzählung des Chores und dem Dialog der Protagonisten, Bariton und Sopran. Ein herber, eigener Ton der Ausweglosigkeit über schwer trottenden tiefen Streichern waltet da, zwischen Holzschnitt und Vergegenwärtigung.

Wagner mit seinem privaten Hang zum Plüsch, zum Samt, zum Luxus ist wirklich der Falsche, Operetten zu kritisieren. Er hat immer pointiert formuliert, deshalb klingen solche Zitateentsprechend heftig. Aber wenn Sie in seine Musik hineinhören: "Lohengrin", diese melodiöse Ansammlung vonSchlagern! Damit ist die Sache doch wohl klar.

Ein ausführlicher Abschnitt des Buchs ist dem Verhältnis von Wort und Ton gewidmet. Seine umsichtigen Ausführungen zeigen seine Sensibilität für die sprachlichen Schattierungen des Wagnerschen Musiktheaters bis hin zu den subtilen Spielarten der Ironie und des Humors. Der «präzise Umgang mit dem Text» ist für ihn unumgänglich. Am liebsten würde er wie Felsenstein seine Sänger den Text zunächst deklamieren lassen, bevor sie ihn singen, damit sie merken, wie genau zumal bei Wagner die musikalischen Akzente auf die sprachlichen abgestimmt sind. «Wir müssen ihn beim Wort nehmen»: so die Prämisse des Wagner-Dirigenten Thielemann. Man muss ihn gehört haben. Wenn Er über mittelhochdeutsche Texte sprach und sie rezitierte, in präziser Diktion und so lebhaft, dass sich im Augenblick des Zuhörens das illusionäre Glück von Zeitgenossenschaft mit Dichtern wie Walther von der Vogelweide oder Wolfram von Eschenbach einstellte,

die mittelhochdeutschen Romane „Tristan“, „Parzival“ und „Das Nibelungenlied“ liest und erläutert,

dann war da ein Gelehrter spürbar um das Verständnis derer, die sich unvorbereitet, aber aufmerksam und lernwillig an seiner Hand den Texten einer längst vergangenen Epoche näherten

Deshalb lehnt er nachdrücklich ab, Dirigenten mit Wagner-Partituren zu betrauen, die kein Deutsch können, und die Sorge um angemessene sprachliche Realisierung der Gesangspartien Assistenten zu überlassen.

Thielemann ist der berühmteste und beste Wagner-Dirigent der Welt. Kein Interpret kennt die Bayreuther Festspiele so gut wie er. Mit 22 war er zum ersten Mal auf dem Hügel und notierte als Karajan-Assistent Anmerkungen in die Orchesternoten, heute ist er nicht nur ständiger Dirigent, sondern fungiert auch als musikalischer Berater.

Merkwürdig ambivalent ist Thielemanns Verhältnis zum Bayreuther Festspielhaus. Einerseits ist es für ihn geradezu ein lebendiges mythisches Wesen. «Es atmet, es horcht, es schaut dich an.» Es verlange vollkommene Hingabe, sonst räche es sich. Seine Akustik («eine Wunderkammer») ist für Thielemann die beste Opernakustik der Welt neben der des Teatro Colón in Buenos Aires. Nirgends ist eine plastischere Beschreibung der Vorzüge und Tücken der Bayreuther Akustik zu lesen, die sich nie für die Musiker selbst, die durch sie geradezu «entmündigt» werden, sondern nur für das Publikum, für das Mischpult der Ohren in idealer Weise herstellt. Und doch, trotz aller Mythisierung des Festspielhauses, bekennt Thielemann, dass unter Wagners Musikdramen im Grunde allenfalls «Parsifal» sowie ferner «Tristan» und der zweite Teil der «Ring»-Tetralogie im Festspielhaus ihre ideale akustische Realisierungsmöglichkeit finden, dass aber die Opern bis «Rheingold» und dann vor allem die «Meistersinger», für die man im Grunde den Deckel über dem «mystischen Abgrund» abmontieren müsste, bei offenem Orchestergraben besser klingen. Wann darf man sich in einem Opernhaus so königlich amüsieren wie hier? Nämlich über einen König, der sich eines schönen Tages dafür entschieden hat, nichts anderes als nichts zu tun.Weshalb Pausole nicht weniger als 365 Ehefrauen hat, eine für jeden Tag des Jahres, und jede von ihnen freut sich ungemein auf ihre Nacht.

Höhepunkt des vorliegenden Buchs ist der Abschnitt «Wagner lesen». Hier zeigt sich Christian Thielemann als ein musikalischer Analytiker, der das leistet, was Musikologen oft nicht zustande bringen: nämlich musikalische Abläufe so zu durchleuchten, dass sie durch die abstrakte Analyse nicht verloren gehen, sondern neu hörbar werden.

Thielemann vertritt einen aufklärerischen Ansatz: Er will nicht zur Mythenbildung beitragen, sondern analysieren. Fakten statt Weihrauch. Er erklärt, was genau ein Dirigent tut. Warum genau das Bayreuther Festspielhaus so gut klingt. Was genau die "Meistersinger" so schwer zu interpretieren macht. Er öffnet dem Leser die Tür zum Bayreuther Festspielgraben, stellt ihm Wolfgang Wagner vor und lässt ihn an vertraulichen Gesprächen zwischen Celibidache und Barenboim teilhaben.

 Wie Thielemann da Brangänes Nachtruf im zweiten Akt des «Tristan» Takt für Takt untersucht, Notenbild, Gesangslinie und Orchestrierung, das ist nicht nur einleuchtend und aufregend, sondern auch noch schönste deutsche Prosa. Wenn er dann schreibt: «Ich könnte lange so fortfahren – nur ist noch aus keiner beschreibenden Analyse je Musik geworden» –, dann möchte man widersprechen und sich wünschen, dass der analysierende Dirigent noch lange so fortfahre. Reichhaltig sind die Allusionen – im ersten Akt, wo sieben Damen des Hofstaates dem König in einem halsbrecherischen Vokalensemble Rat erteilen, an das Juden-Sextett aus «Salome» von Strauss, im Mittelakt, wo die Königstochter in einem nicht eben standesgemässen Hotel Station macht, an Verdis «Rigoletto» und im Schlussakt mit seinen wirbelnden Verwechslungen ans Finale von Mozarts «Figaro». Darüber hinaus gibt es manchen verschmitzten Anklang .«Der Hass trifft sein Opfer schneller als die Liebe».   Die einst konsequente Reduktion in seiner Musik hatte sich derweil aufgelöst in einen so umstrittenen wie unverwechselbaren Mix von Gregorianik bis Romantik.Über abgründigem Bassgrummeln und schweren punktierten Rhythmen erheben sich die Chorstimmen.

Der interessanteste Teil des Buches ist Thielemanns Beschreibung von Wagners musikalischer Faktur. Seiner Ansicht nach komponiert Wagner stets mit «integriertem Suchtfaktor». Er sieht den Komponisten vor dem Notenpapier wie in einem Labor sitzen, mit den gefährlichsten Chemikalien arbeitend, so dass immer wieder zu befürchten ist, dass die ganze Komponierstube in die Luft fliegt. «Hier ein wenig mehr Strychnin, da etwas Orangenaroma, damit die böse Bittermandel nicht so durchkommt, und schliesslich noch ein Schuss Bergamotte-Öl, das duftet so schön – fertig ist das Gift, ist die Droge.» Zeichenhaftigkeit und hintergründiger Humor; auch Kitsch, der zuweilen die Kunst übertönt. Das alles wird indes auf kleinerem Feuer gekocht. Und die zuerst archaisch oder ostkirchlich anmutenden Intervalle im Unisono münden bald in sattes D-Dur – mit jenem Schritt über die Subdominante, dem »Kirchenschluss«, mit dem schon deutsche Romantiker gern die Aura des »Alten« beschworen. Von da geht es recht spätmozartisch (wenn auch wie von Furtwängler dirigiert) über einen F-Dur-Septakkord nach B-Dur. Aber wer als Hörer etwas Musikgeschichtsbewusstsein hat, kommt bei aller Transzendenzbereitschaft zwischen diesen Versatzstücken nicht weit. Schlichte Strukturen sind nicht zwangsläufig offener als dichte. Bei Monteverdi und Bach, aber auch sakral motivierter Musik wie Ligetis Lux eterna oder Klaus Hubers Orchesterwerk Golgatha ist überall Raum für Gegenwart und Bewusstsein des Hörers.Walzer sind eine todtraurige Angelegenheit. Ein "Es war einmal". Wer den Walzer lustig findet, hat ihn nicht verstanden. Sie müssen jeden Walzer generell so dirigieren, als wäre er ein Abschied, bei aller Leichtigkeit und Freude. Mit morbider Eleganz.

Der Dreivierteltakt im Walzer ist nie gesund. Nicht umsonst ist Wien die Stadt von Sigmund Freud und Gustav Mahler, von Schönberg, Alban Berg und diesen Herrschaften. Die Mischung aus Balkan und Mitteleuropa hat zu diesem instabilen Walzer geführt. Man muss so tun, als sei man im Tempo, und ist aber doch nicht im Tempo. Ich habe schon mal in einer Probe gesagt: "Denken Sie doch mal an einen falschen Fuffziger. Sie treffen eine Bekannte auf der Straße und sagen: ,Ach, das ist ja schön, Sie wiederzusehen! Ich freue mich so!' Und innerlich denken Sie: ,Die blöde Kuh.' So, und jetzt spielen Sie mal den Walzer." Manchmal funktioniert das. Es darf aber auch nicht zu negativ sein. Es muss seinen Charme behalten.

Man kann den berühmten "Tristan-Akkord" musiktheoretisch untersuchen, man stellt dann fest, dass es sich um ein kompliziert verschachteltes, dissonantes Gebilde handelt. Aber wenn man ihn dann hört, klingt es, als würde er sich in einen konsonanten Klang auflösen. Keiner versteht, warum. Wagners Musik ist voll von solchen Zaubereien, mit denen er den Leuten bis heute die Sinne vernebelt und sie dazu bringt, sich fünf Stunden am Stück in die Oper zu setzen.

 

Die Stationen von Christian Thielemanns Weg zu Richard Wagner verfolgt man mit Spannung und Neugier. Wer ihn für einen durch und durch konservativen Künstler hält, wird verblüfft zur Kenntnis nehmen müssen, welche Regisseure er besonders bevorzugt. Seine grösste Begeisterung gilt Ruth Berghaus, mit der er politisch sicher nicht in einem Boot sass und doch 1988 bei der Hamburger «Skandalinszenierung» des «Tristan» glänzend harmonierte, weil sie «aus der Musik heraus inszenierte, aus nichts als der Musik heraus». Auch Heiner Müllers Bayreuther «Tristan»-Inszenierung feiert er, obwohl er sie zu seinem Leidwesen nicht dirigiert hat. Und wegen seiner Verteidigung von Schlingensiefs «Parsifal»-Inszenierung kam es seinerzeit sogar zum – einzigen – Krach zwischen ihm und den Wagners. Das Wichtigste bei einer Inszenierung ist ihm, dass sich die «szenische Spannung» auf den Orchestergraben überträgt. Ist das der Fall, kann er beim «Tristan» dirigieren, was auch immer die Bühnenästhetik des jeweiligen Regisseurs ihm präsentiert.Es ist dies jener Feuervogel, der, ganz Kind seiner Zeit, als Geist der Revolution aus der Asche emporsteigt und in ein neues Leben führt. Das Werk, obwohl einheitlich und stringent gestaltet, setzte im Laufe der Zeit Patina an.Wagner und sein Werk, sie bleiben ein Mysterium. Es wird immer rätselhafter, je genauer man hinsieht, je eifriger man Fakten sammelt. Thielemann liefert dabei, ob mit oder ohne Absicht, den nächsten Beweis für das große Wagner-Paradox: Je mehr man erfährt, desto weniger kann man begreifen, wie das alles geschehen kann. Was das Buch nicht weniger spannend macht, im Gegenteil:

hier eigentlich etwas Unsagbares behandelt wird. Als hätte Thielemann daruntergeschrieben, "tja, und mehr weiß ich auch nicht, anders kann man es nicht beschreiben".

Den Rest, die Keuschheit der Gralsritter, die Wut König Markes, das Ungestüm Tannhäusers und wovon Wagners Klänge sonst noch so erzählen, müssen die Spieler Thielemanns Körpersprache und den Bewegungen seines überlangen Taktstocks ablesen. Wagner ohne Worte.

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                                                Die Deutsche Oper, das Bollwerk im Westen

 

Ein Opernhaus ist wie eine Schmusekatze: Sie muss gehätschelt werden sonst schnurrt sie nicht.

 

Die Deutsche Oper Berlin feiert ihre ersten 100 Jahre – mit Wagners "Parsifal" und einer berühmten Fernsehmoderatorin, die sich durch ihre Ahnungslosigkeit furchtbar blamierte.

 

Parsifal als Otto Schlipsnormalverbraucher: der reine Tenortor Klaus Florian Vogt und noch verhüllte Blumenmädchen über Philipp Stölzls aztekischem Menschenopferaltar

Parsifal als Otto Schlipsnormalverbraucher: der reine Tenortor Klaus Florian Vogt und noch verhüllte Blumenmädchen über Philipp Stölzls aztekischem Menschenopferaltar.

Beginnen wir mit Ignatz Waghalter (1881-1949). Dieser mit seiner schwerblütig-romantischen, aber nicht uninteressanten Musik wie aus der Zeit gefallene Komponist hat kein Jubiläum und gilt als einer der zu Unrecht immer noch vergessenen Tonsetzer der Zwischenkriegszeit. Gerade ist bei Naxos eine CD mit diversen Violinwerken erschienen, die den Kenner genüsslich mit der Zunge schnalzen lässt.

Denn da hört man gute, spannende Musik. Zudem war es der polnische Jude Waghalter, der – Achtung, Jubiläum! – am Deutschen Opernhaus Berlin, das wir heute als Deutsche Oper kennen, am 7. November 1912 die allererste "Fidelio"-Vorstellung leitete. Nicht nur das: Elf Jahre war dieser heute vollkommen abhanden gekommene Musiker, von dem vier Opern uraufgeführt wurden und der in Deutschland Puccini durchsetzte, Musikchef des von reichen Charlottenburger Bürgern als Aktiengesellschaft gegründeten Hauses. Durchaus nicht konform, in der nationalistisch säbelrasselnden Epoche des Wilhelmismus.

Der Gründerzeit-Bourgeois wollte es der steifen Hofoper zeigen. Er wollte selbst machen, nicht anders. Plüsch und Prunk stand hier genauso auf dem Programm, wie – besonders nach Auslaufen der Schutzfristen – die volle Richard-Wagner-Dröhnung. Das ist bis heute so, wo der neue, der 21. Intendant Dietmar Schwarz, der sonst für andere Opernwerte steht, in einer (wie hier gern üblich) von Misstönen begleiteten Gala erst mit dem zweiten "Fidelio"-Akt der Eröffnung gedachte und am Tag drauf mit einem neuen, aber strikt nach 1912 aussehenden "Parsifal" dem meistgeliebten Komponisten huldigte.

Die Deutsche Oper hat in 100 Jahren 14 Musikchefs gehabt, die besten, Bruno Walter, Ferenc Fricsay, Lorin Maazel, Christian Thielemann, blieben nie lange.

 

Bei der Gala wie der Premiere musste kurzfristig wild umbesetzt werden, das ist Opernalltag. Aber warum muss der "Parsifal" des seltsamerweise als großer Opernregisseur gehandelten Philipp Stölzl so einfallsarm fade und konzeptuell konfus sein? Zwischen Kreuzigungsarrangements in Zeitlupe, Menschenopfern und Bastrockmädchen, zwischen Oberammergau, Bad Segeberg und "Blume von Hawaii" bekam der 67-jährige Bassveteran Matti Salminen als Gurnemanz den meisten Applaus. Mehr als die mit Keifen verführende Kundry Evelyn Herlitzius und der wenig geforderte Klaus Florian Vogt, der nie Parsifal sein, immer sein blondlockiges Tenorstrahleselbst bleiben musste. Mag Salminen nur noch mit (sehr) schönen Resten singen, er war und ist – neben dem Grundpfeiler Chor und dem wieder aufblühenden, diesmal sehr, sehr statisch behandelten Orchester – eine finnisch feste Stütze des Hauses. Das weiß der Berliner zu schätzen.

 

 

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                                                        Sex mit Wagner und Deniz

 

Wotan (René Pape) und Brünnhilde (Iréne Theorin) in der

 

Wotan (René Pape) und Brünnhilde (Iréne Theorin) in der "Walküren"-Inszenierung der Staatsoper unter den Linden

 

Es war kälter als im Mai und wärmer als im April, und Deniz und ich standen abends um zehn am Ernst-Reuter-Platz und redeten über Richard Wagner. Wir hatten noch nie vorher über Richard Wagner geredet und würden es nie wieder tun, aber nach fünfeinhalb Stunden Walküre musste es sein.

»Sag mal was zu der Musik«, sagte ich. »Die totale Kampfansage«, sagte er. »An wen?« – »An alle.« – »Und die Story?« – »Ich kann nicht glauben, dass der Bruder mit der Schwester schläft und sie Siegfried machen, den deutschen Nationalhelden.« – »Das ist noch nicht alles«, sagte ich. »Im nächsten Teil vom Ring macht es Siegfried mit Brünnhilde, das ist so eine Art Halbschwester von ihm. Was für Namen, oder?« – »Irre.« Er grinste. »Und dann schreibt dieser Sarrazin, wir Türken wären schwachsinnig, weil wir unsere Cousins und Cousinen heiraten!«

 

Deniz hat auch schon ein paar Opern inszeniert und ist immer neugierig darauf, aus den Fehlern anderer zu lernen. Ich selbst frage mich oft, warum so viele Leute nach Wagners chauvinistischen Fell-und-Sex-Soaps so verrückt sind, und weil an diesem Tag der große Barenboim dirigierte, dachte ich, heute werde ich es endlich herausfinden. Leider fand ich nur heraus, warum er – wie viele andere Juden – die Wagner-Krankheit hatte. Als zum Schluss die riesigen blonden Sängerinnen vor den Vorhang traten und er, klein, dicklich und zufrieden, neben ihnen stand, fielen mir sofort Henry und Nancy Kissinger ein und Helmut Newton und seine SS-Fotomodelle. »Lieber Herr Barenboim«, schrieb ich ihm am nächsten Morgen, »wer sagt, er könne Wagners selbstzerstörerischen Germanenwahn von seiner Musik trennen, ist wie einer, der sich Spiel mir das Lied vom Tod angeblich nur wegen des Soundtracks von Ennio Morricone anguckt. Oder irre ich mich?«

»Gehen wir mal wieder zu Wagner?« – »Immer.« – »Ich weiß aber nicht, ob wir noch mal Freikarten kriegen. Ich hab dem Dirigenten eine freche Email geschrieben.« –»Und? Hat er dir schon geantwortet?« – »Ich geb ihm noch ein paar Tage.«

 

A nép hangja:

1,

Ganz billig ist die Bemerkung über den Siegfried Mythos.
Auch in der Bibel gibt es viele Perversitäten, und in in dem Koran sogar noch schlimmere, wovon wir nur hoffen dürfen dass sie nie wirklich stattgefunden haben - oder heutzutage nachahmungswert gefunden werden!
Sie stellen Liebe zu Goethe gleichs mit Liebe zu Wagner (im "NS" Zusammenhang). Goethe war Humanist und Kosmopolit, und hat sich nie anti-semitisch geäussert.

 

2,

Maxim und Deniz find' ich irrer.

3,

Zu den wichtigsten Bußritualen der Bewältigungsgesellschaft gehört es, ausgewiesene Nichtfachleute Abwertendes über Wagner in den Feuilletons schreiben zu lassen.
„Ich selbst frage mich oft, warum so viele Leute nach Wagners chauvinistischen Fell-und-Sex-Soaps so verrückt sind, und weil an diesem Tag der große Barenboim dirigierte, dachte ich, heute werde ich es endlich herausfinden.“
Wagner ist nichts für Leute mit Minderwertigkeitskomplexen.

4,

Ich finde Wagner lustig. Der Text ist es nicht. Operation Walküre hat immer was romantisches von Hitlertöten...

Und dann die tollen Alliterationen. Stabreime sind die reinsten Phallussymbole

5,

Hang a magasból:

<

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http://fidelio.hu/opera/hirek/lesze_ringbemutato_buenos_airesben

-a fittyfenét lesz! Illetve ha lesz is, de katharina nélkül. Ő elment ahol többet fizetnek. Audiékhoz. Igazi Wagner.

(mellesleg a Colonban csak ßar van -persze, hogy azonnal visszafordult a Szőke démon.)

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